Wer vermittelt Versicherungen?

Wer hauptberuflich Versicherungsverträge vermittelt, ist entweder bei einem Versicherungsunternehmen angestellt oder hat als Agentin/Agent einen Provisonsvertrag mit einem oder mehreren  Versicherungsunternehmen oder als Maklerin/Makler einen Courtagevertrag mit dem jeweiliegen Versicherungsunternehmen.


Versicherungsverträge können daher

  • über den Außendienst von Versicherungsunternehmen (angestellter Vertrieb)
  • über selbständige Versicherungsagent/innen
  • oder über Versicherungsmakler/innen

abgeschlossen werden.










Gebundene und weniger gebundene Versicherungsvermittlerunternehmen

  • Der angestellte Vertrieb ist immer nur für eine Versicherung tätig. 
  • Versicherungsagentinnen/Versicherungsagenten sind entweder nur für eine Versicherung oder manchmal auch für mehrere Versicherungsunternehmen (Mehrfachagentinnen/Mehrfachagenten) tätig. Sie empfehlen Versicherungsprodukte von jenen Versicherungen, für die sie tätig sind.
  • Versicherungsmaklerinnen/Versicherungsmakler sind dagegen unabhängig und an keine bestimmte Versicherungsgesellschaft gebunden. Sie brauchen eine ausreichende Marktübersicht und müssen den Kundinnen/Kunden von verschiedenen Versicherungsprodukten dasjenige empfehlen, das für die Kundinnen/Kunden am besten geeignet ist.
  • Auch gewerbliche Vermögensberaterinnen/Vermögensberater sind zur Vermittlung von Versicherungen berechtigt, allerdings nur zur Vermittlung von Lebens- und Unfallversicherungen und nur wenn sie ins Versicherungsvermittlerregister entweder als Maklerin/Makler oder als Agentin/Agent eingetragen sind.

Versicherungsvermittlerregister

In diesem Register müssen seit dem Jahr 2005 alle Personen, die Versicherungen vermitteln, mit ihren wesentlichen Daten eingetragen sein. Das Versicherungsvermittlerregister ist öffentlich und kann über Internet eingesehen werden.

Im Register wird angezeigt, ob es sich bei den Eingetragenen um Versicherungsagentinnen/Versicherungsagenten oder um Versicherungsmaklerinnen/Versicherungsmakler handelt. Bei Versicherungsagentinnen/Versicherungsagenten werden auch die Versicherungsunternehmen angeführt, für die sie vermitteln dürfen.

Aufklärungs- und Hinweispflichten der Versicherungsvermittlerunternehmen

Versicherungsvermittlerinnen/Versicherungsvermittler müssen 

  • beim Auftreten im Geschäftsverkehr deutlich darauf hinweisen, ob sie als Agentin/Agent oder Maklerin/Makler oder nur als gewerbliche Vermögensberaterunternehmen tätig sind.
  • Die Geschäftspapiere der Agentinnen/Agenten müssen auch die Agenturverträge aufweisen, so dass Kundinnen/Kunden wissen, mit welchen Versicherungsunternehmen die Agentinnen/Agenten abschließen dürfen.

Versicherungsvermittlerinnen/Versicherungsvermittler müssen

  • über eine ausreichende Absicherung verfügen, um mögliche Schäden wegen falscher Beratung abdecken zu können. Maklerinnen/Makler haben daher eine Berufshaftpflichtversicherung; für Agentinnen/Agenten haften die Versicherungsunternehmen. 

Versicherungsvermittlerinnen/Versicherungsvermittler müssen 

  • vor Abschluss eines Versicherungsvertrags  ihren Kundinnen/Kunden mitteilen, ob der Empfehlung eine ausgewogene Marktuntersuchung zugrunde liegt oder ob sie vertraglich an ein oder mehrere bestimmte Versicherungsunternehmen gebunden sind. Auch dadurch wissen Kundinnen/Kunden, ob sie es mit Maklerinnen/Makler oder mit Agentinnen/Agenten zu tun haben.

Honorarvereinbarung als Mittel zur objektiven Beratung

Das Ausmaß der erforderlichen Beratung durch Versicherungsvermittlerinnen/Versicherungsvermittler hängt von der Komplexität des angebotenen Versicherungsvertrags ab. Die Beratung muss angemessen sein und auch dokumentiert werden. 

Vermittlerinnen/Vermittler werden in der Regel durch Provisionen oder Courtagen der Versicherungsunternehmen bezahlt. Will man eine wirklich objektive Beratung, kann es sich lohnen, mit Versicherungsmaklerunternehmen die Zahlung eines Honorars für die Beratung unabhängig von einem Vertragsabschluss zu vereinbaren. Ein Honorar darf nur verlangt werden, wenn dies ausdrücklich vereinbart wurde.

WICHTIG

Versicherungsmaklerinnen/Versicherungsmakler sind verpflichtet, Sie bestmöglich und ohne Bindung an bestimmte Versicherungsunternehmen zu beraten (Best-Advice-Prinzip). So sollten sie grundsätzlich das für Sie am besten geeignetste Versicherungsprodukt suchen und Ihnen dieses empfehlen Es kann jedoch trotzdem nicht schaden, auch selbst Vergleichsangebote einzuholen.

Versicherungsprodukte werden über das Internet auch direkt an Kundinnen/Kunden vertrieben. Man sollte Versicherungsverträge online nur abschließen, wenn das Versicherungsunternehmen eindeutig zu identifizieren ist und wenn man den Versicherungsvertrag verstanden hat. Sonst ist einer persönlichen Beratung der Vorzug zu geben.


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