Allgemeine Informationen zur Veranlagung

Wer Geld hat und nach einer Anlagemöglichkeit sucht, wünscht sich in der Regel ein möglichst risikoloses und trotzdem sehr ertragreiches Produkt. Die Bandbreite an Investitionsmöglichkeiten reicht dabei vom klassischen Sparbuch bis zu komplexen Finanzinstrumenten. Man sollte sich stets im Klaren sein, dass höhere Erträge mit einem höheren Risiko verbunden sind.


Was man nicht versteht, soll man nicht unterschreiben

Die meisten Österreicherinnen/Österreicher haben ihre Ersparnisse auf Sparbüchern und Bausparverträgen angelegt oder klassische Lebensversicherungen abgeschlossen. Eine Investition in Wertpapiere kommt nur für eine Minderheit in Frage: 15 % der Bevölkerung haben in Fonds investiert, 10 % in Aktien und 8 % in Anleihen.

Neben diesen klassischen Anlageformen gibt es am Finanzmarkt unzählige andere Finanzprodukte. Für Konsumentinnen/Konsumenten ist es oft schwer, die Struktur eines Produktes zu verstehen und einzuschätzen, welche Risiken mit einer Investition verbunden sind.

Werbeprospekte streichen häufig nur die Vorteile eines Produkts heraus, wichtige Risikohinweise finden sich dagegen oft nur in Kapitalmarktprospekten, die für Laien nicht einfach zu verstehen sind.

Hohe Rendite - hohes Risiko

Das Verspechen einer hohen Rendite bringt meist ein hohes Risiko mit sich. So besteht z.B. bei Aktien, Zertifikaten oder geschlossenen Fonds - um nur einige Anlageformen zu nennen - nicht nur das Risiko, dass Erträge geringer ausfallen, sondern dass das gesamte investierte Kapital verloren geht. 

Aber auch die Möglichkeit einen Vertrag jederzeit auflösen zu können, sollte bei der Auswahl eines Finanzproduktes eine Rolle spielen. Wer z.B. für die Pension vorsorgen will und einen relativ sicheren Job hat, kann sich auf langfristige Verträge einlassen. Diese sind oft nur mit Verlusten zu kündigen (z.B. Lebensversicherungen), weshalb man sie nicht abschließen sollte, wenn man nicht weiß, ob man sich die Prämie langfristig leisten kann.

Veranlagungen keinesfalls fremdfinanzieren

Manchmal werden auch Anlageformen angeboten, bei denen das für die Anlage notwendige Kapital über einen Bankkredit finanziert wird, sogenannte Hebelfinanzierungen.

Solche Konstruktionen sind hochriskant, weil auch bei schlechter Entwicklung der Veranlagung Kredite trotzdem zurückbezahlt werden müssen, was zu hoher Verschuldung führen kann. Von fremdfinanzierten Kapitalanlagen ist daher jedenfalls abzuraten!

Vermittlerinnen/Vermittler besonders vorsichtig auswählen

Bei vielen Anlageprodukten lassen sich Konsumentinnen/Konsumenten aufgrund der komplexen Materie von Vermittlerinnen/Vermittler beraten. Für die Anlageberatung gilt: Je komplexer die Finanzanlage und je unerfahrener die Kundinnen/Kunden, desto höher ist der Umfang der Beratungs- und Aufklärungspflichten. Erst müssen die finanziellen Verhältnisse, Anliegen und Bedürfnisse (Anlageziel, Risikobereitschaft) der Kundinnen/Kunden festgestellt werden, danach erfolgt die Auswahl des für sie am besten geeignet erscheinenden Anlageprodukts. Über die Anlageberatung ist ein schriftliches Protokoll zu erstellen, das den Kundinnen/Kunden auszuhändigen ist.

Immer wieder kommt es vor, dass falsche, halbwahre und unvollständige Verkaufsargumente verwendet werden, um Kundinnen/Kunden zu einem Vertragsabschluss zu bringen. Oft stellt sich dann erst nach Jahren heraus, dass die Beratung falsch war.

Hat man festgestellt, dass man falsch beraten wurde (wenn z.B. eine als sicher vermittelte Veranlagung beim Jahresbericht Verluste aufweist), sollte man umgehend rechtlichen Rat einholen, denn der Anspruch auf Schadenersatz verjährt innerhalb von drei Jahren ab der Kenntnis des Schadens.

WICHTIG

Lassen Sie sich nicht von angeblich hohen Zinsen und Renditeversprechen blenden, denn mögliche hohe Renditen sind immer auch mit einem hohen Risiko verbunden. Bevor Sie sich für eine Anlageform entscheiden, holen Sie unbedingt den Rat von mehreren Expertinnen/Experten ein.

Dokumentieren Sie die Empfehlungen von Finanzberater möglichst genau und bewahren Sie auch alle Unterlagen und Prospekte auf, um eine allfällige falsche oder unvollständige Beratung später beweisen zu können. Lassen Sie sich Zusicherungen nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich geben!

Setzen Sie bei Anlageformen nicht „alles auf eine Karte", sondern versuchen Sie einen ausgewogenen Anlagemix zu erreichen.

Seien Sie vorsichtig, wenn man Ihnen rät, bestehende Verträge (z.B. Bausparverträge, Lebensversicherungen) vorzeitig aufzulösen. Bedenken Sie, dass durch eine vorzeitige Auflösung erhebliche Kosten entstehen können.

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