Pflichten der Versicherungs­nehmerinnen/­Versicherungsnehmer

Mit dem Abschluss eines Versicherungsvertrags gehen Versicherungsnehmerinnen/Versicherungsnehmer gewisse Pflichten ein. 

Vollständige und richtige Angaben bei Vertragsabschluss

Bei der Antragstellung werden von Versicherungsunternehmen genaue Informationen über das zu versichernde Risiko verlangt. Versicherungsnehmerinnen/Versicherungsnehmer sind verpflichtet, Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten und alle für die Gefahr erheblichen Umstände anzugeben (vorvertragliche Anzeigepflicht).

Bei unrichtigen oder unterbliebenen Angaben, kann die Versicherung vom Vertrag zurücktreten und muss im Schadensfall eventuell nicht bezahlen. So kann es z.B. bei einer Krankenversicherung zu einer Leistungsverweigerung der Versicherung kommen, wenn eine Vorerkrankung nicht gemeldet wurde. Es ist daher besonders wichtig, immer alle Krankheiten anzugeben!

Auch nach dem Vertragsabschluss muss jede Änderung, die sich auf das versicherte Risiko auswirken kann (Erhöhung der Gefahr), dem Versicherungsunternehmen umgehend mitgeteilt werden.

Prämienzahlung

Die wichtigste vertragliche Pflicht der Versicherungsnehmerinnen/Versicherungsnehmer ist die rechtzeitige Zahlung der Versicherungsprämien. Kommt man mit der Zahlung einer Prämie in Verzug, so muss das Versicherungsunternehmen schriftlich eine Nachfrist von mindestens zwei Wochen setzen. Es muss auch auf die Folgen hinweisen, die bei Nichtbezahlung während der Frist eintreten können: Wird die Prämie in dieser Nachfrist schuldhaft nicht bezahlt und tritt nach Ablauf der Zahlungsfrist ein Versicherungsfall ein, so ist die Versicherung nicht zur Leistung verpflichtet.

In der Regel beginnt der Versicherungsschutz nach Einzahlung der ersten Prämie und Zusendung der Polizze an die Versicherten. Wenn man sofortigen Versicherungsschutz benötigt, muss man eine „vorläufige Deckungszusage" von der Versicherung verlangen.

WICHTIG
Bei einigen Versicherungssparten wie beispielsweise bei der Rechtsschutz oder der Krankenversicherung sind in der Regel Wartezeiten einzuhalten, bis der Versicherungsschutz wirksam wird.

Schadensminderungspflicht

Tritt der Versicherungsfall ein, sind Versicherungsnehmerinnen/Versicherungsnehmer verpflichtet, alles zu tun, um den Schaden abzuwenden oder möglichst gering zu halten. Regelmäßig ist auch die Verpflichtung vorgesehen, den Schadenseintritt unverzüglich der Versicherung mitzuteilen und ihr alle relevanten Informationen zur Verfügung zu stellen.

Meist ist dabei eine Frist von höchstens drei Tagen (in der Haftpflichtversicherung von höchstens einer Woche) einzuhalten. Schäden, die durch Feuer, Explosion, Diebstahl oder Raub entstanden sind, müssen zusätzlich sofort bei den zuständigen Behörden angezeigt werden.

WICHTIG

Sehen Sie im Schadensfall in den Versicherungsbedingungen nach, welche konkreten Fristen einzuhalten sind und welche Unterlagen Sie benötigen. Sie können sich auch an Ihren Versicherungsmakler wenden, der verpflichtet ist, Sie bei der Schadensmeldung zu unterstützen.

Dokumentieren Sie den Versicherungsfall sorgfältig, beispielsweise durch Schriftstücke, Fotos oder Zeuginnen/Zeugen. Beginnen Sie mit einer allfälligen Schadensbehebung erst, wenn Sie wissen, dass die Versicherung Ihnen die Deckung für den Schadensfall zugesagt hat.

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