Baumängel

Bei jedem Hausbau ist mit dem Auftreten von Mängeln zu rechnen. Die wichtigste Schutzmaßnahme vor Streitigkeiten über die ordnungsgemäße Bauausführung kann man bereits vor Baubeginn setzen. 

Treffen Sie eine möglichst klare und detaillierte Vereinbarung darüber, welche Leistungen erbracht werden sollen. Vor der Abnahme jeder Teilleistung (und vor jeder Teilzahlung) sollte genau geprüft werden, ob die Arbeiten den Vereinbarungen entsprechen und frei von sichtbaren Mängeln sind. Solange Mängel bestehen, muss das Haus nicht übernommen werden. Bei der endgültigen Übernahme ist es ratsam, gemeinsam mit dem Bauunternehmen, ein genaues Protokoll aufzunehmen. Darin werden alle erkennbaren Mängel dokumentiert und vereinbart, wie und bis wann sie behoben werden müssen.

Gewährleistung beim Hausbau

Erst mit der Übernahme beginnt die Frist für die Gewährleistung zu laufen. Bei unbeweglichen Sachen (wie z.B. bei Bauwerken) beträgt diese Frist drei Jahre. Bei beweglichen Sachen dauert sie zwei Jahre. Fest mit dem Gebäude verbundene Sachen wie etwa Fliesen, Heizung, Fenster oder Elektroinstallationen gelten als unbeweglich und unterliegen daher der dreijährigen Frist.
Das Unternehmen muss innerhalb dieser Frist dafür einstehen, dass die vereinbarten oder vorausgesetzten Eigenschaften vorliegen.

Mängel, die innerhalb von sechs Monaten auftreten

Tritt ein Mangel innerhalb von sechs Monaten nach der Übergabe auf, wird angenommen, dass er bereits bei der Übergabe versteckt vorhanden war.

Nach Ablauf von sechs Monaten müssen Konsumentinnen/Konsumenten nachweisen, dass der Mangel bereits zum Übergabezeitpunkt bestanden hat und nicht zum Beispiel durch falsche Behandlung oder spätere Gewalteinwirkung entstanden ist.

Eine oder mehrere Vertragsfirmen

Hat man nur eine Vertragsfirma, so müssen dieser alle Mängel der einzelnen Handwerksbetriebe bekannt gegeben werden und sie ist auch für deren Behebung verantwortlich. Wurden die Handwerksbetriebe direkt beauftragt, können und müssen die jeweiligen Unternehmen auch bei Gewährleistungsansprüchen direkt kontaktiert werden. Schon aus Beweisgründen sollten Mängel so rasch wie möglich bekanntgegeben werden. Dabei sollte man für die Verbesserung auch eine angemessene Frist setzen. Reagiert das Unternehmen in der Nachfrist nicht, so kann man die Mängel durch ein anderes Unternehmen beheben lassen. Die Kosten dafür können vom noch offenen Geldbetrag abgezogen werden. Unternehmen können Gewährleistungsansprüche von Konsumentinnen/Konsumenten nicht vertraglich ausschließen.

Kauf von Privaten

Private, von denen man Häuser kauft, können Gewährleistungsansprüche hingegen sehr wohl vertraglich ausschließen.

Wurde jedoch durch nicht fachgerechte Arbeit (oder auch durch Planungsfehler) ein weiterer Schaden verursacht, so ist auch ein Schadenersatzanspruch möglich. Vor der Geltendmachung sollte man sich jedenfalls umfassend rechtlich beraten lassen.

WICHTIG
  • Halten Sie regelmäßig Nachschau auf der Baustelle.
  • Begutachten Sie alle Arbeiten sorgfältig.
  • Führen Sie ein genaues Bautagebuch.
  • Wenn Ihnen ein Mangel auffällt, informieren Sie umgehend den Bauleiter oder die Bauleiterin oder die betroffene Firma.
  • Reagieren Sie so rasch wie möglich und geben Sie die Mängel immer schriftlich bekannt (per eingeschriebenem Brief, Fax oder zumindest per E-Mail).
  • Machen Sie Fotos oder Videos und sammeln Sie alle schriftlichen Unterlagen.
  • Treten größere Baumängel auf, über deren Behebung Sie mit dem Unternehmen keine Einigung erzielen, so sollten Sie private Sachverständige beiziehen.

Konsumentenfragen Newsletter

Aktuelle Neuigkeiten aus allen Bereichen der Konsumentenfragen