FAQ Öffentlicher Verkauf und öffentliches Anbieten von Tieren

In der Vergangenheit kam es häufig zu Beschwerden, dass Tiere, wie Hundewelpen, aus anderen Ländern importiert und unter unwürdigen Bedingungen gehalten und gehandelt werden.Das Problem hat sich durch den Internethandel mit Tieren noch weiter verschärft. Zum Schutz der Tiere ist es notwendig, zu wissen, wo und wie Tiere gehalten werden.

Warum wurden der Verkauf und das öffentliche Anbieten von Tieren neu geregelt?

Der illegale Handel mit Hundewelpen stellt in den letzten Jahren ein immer größeres Problem dar. Die Tiere werden oft unter unvorstellbaren Bedingungen im Ausland gezüchtet. Viele dieser Hunde sind zu jung, nicht gechippt, nicht entwurmt, ungeimpft und daher oft auch krank.

Deshalb hat der Nationalrat im April 2017 das Tierschutzgesetz geändert. Das Gesetz regelt den Verkauf und das Anbieten von Tieren im Internet neu und gibt Behörden die Möglichkeit, besser zu kontrollieren und gegen Missstände vorzugehen. Neu geregelt wurde das öffentliche Verkaufen und Anbieten von Tieren (z.B. im Internet, per Zeitungsinserat). Personen oder Organisationen (z.B. Tierschutzvereine) benötigen seitdem eine behördliche „Bewilligung zur Tierhaltung“ oder eine Zuchtmeldung, um Tiere öffentlich anzubieten. Weiters gibt es Ausnahmen für die Vermittlung von einzelnen, individuell bestimmten Tieren durch Privatpersonen.

2024 wurden mit der Novelle des Tierschutzgesetzes weitere Maßnahmen gegen den illegalen Welpenhandel eingeführt.

Was ist neu?

Bisher waren der Import und Verkauf dieser Tiere in Österreich bereits verboten. Mit der neuen Novelle wird jedoch auch der Erwerb unter Strafe gestellt. Das bedeutet, dass sich nicht nur die Verkäufer:innen, sondern nun auch die Käufer:innen illegaler Tiere strafbar machen. Wer offensichtlich illegal angebotene Welpen – etwa aus dem Kofferraum oder auf öffentlichen Plätzen – kauft, unterstützt nicht nur Tierleid, sondern macht sich ebenso strafbar wie die Anbieter:innen.

Außerdem ist auch bei Inseraten im Internet oder beim Auslandstierschutz Vorsicht geboten. Für die Einreise nach Österreich benötigt ein Welpe immer eine gültige Tollwutimpfung. Diese Impfung kann erst im Alter von 12 Wochen erstmals verabreicht werden und ist erst nach einer weiteren Dauer von drei Wochen gültig. Welpen können also frühestens mit einem Alter von mindestens 15 Wochen nach Österreich einreisen.

Wer darf Tiere öffentlich zum Kauf oder zur Abgabe anbieten?

Folgende Personen und Organisationen dürfen Tiere öffentlich anbieten, d.h. verkaufen oder verschenken:

  • Privatpersonen, die Interessenten für einzelne, individuell bestimmte Tiere suchen, wobei folgende Voraussetzungen erfüllt sein müssen:
    • Das Tier kann oder darf nicht bei seinen bisherigen Halter:innen bleiben.
    • Das Tier muss älter als sechs Monate sein. Für Hunde und Katzen gilt, dass die bleibenden Eckzähne bereits ausgebildet sein müssen.
    • Hunde müssen nachweislich seit mindestens 16 Wochen in der Heimtierdatenbank gemeldet sein.
  • Personen und Organisationen, die gewerblich oder sonstig wirtschaftlich tätig sind und über eine Bewilligung ihrer Tierhaltung verfügen (z.B. Tierschutzvereine, Zoohandlungen, Tierheime).
  • Halter:innen oder Besitzer:innen von landwirtschaftlichen Nutztieren (z.B. Pferde und Pferdeartige, Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen, Schalenwild, Lamas, Kaninchen, Hausgeflügel, Strauße und Nutzfische).
  • behördlich gemeldete Züchter:innen.
  • Züchter:innen, die von der behördlichen Meldung ausgenommen sind und nicht regelmäßig sowie nicht gewinnorientiert verkaufen. Betroffen sind:
    • Zierfische
    • domestizierte Ziervögel
    • domestiziertes Geflügel
    • Kleinnager und Kaninchen

Was bedeutet „sonstige wirtschaftliche Tätigkeit“?

Eine „sonstige wirtschaftliche Tätigkeit“ im Sinne des Tierschutzgesetzes ist jede nicht gewerbsmäßige Tätigkeit, die darin besteht, Tiere oder die Haltung bzw. regelmäßige Beaufsichtigung von Tieren auf einem bestimmten Markt anzubieten – auch wenn sie gemeinnützig ausgeübt wird. Eine sonstige wirtschaftliche Tätigkeit liegt also auch dann vor, wenn keine Gewinnerzielungsabsicht gegeben ist, z.B. bei karitativen Einrichtungen.

Was bedeutet „öffentliches“ Anbieten?

Unter „öffentliches“ Anbieten fällt das Anbieten von Tieren zum Verkauf oder Verschenken, z.B.:

  • auf frei zugänglichen Internetbörsen (z.B. Willhaben),
  • durch Inserate in Print- und Onlinemedien,
  • durch Aufhängen von Zetteln an öffentlichen Plätzen (z.B. in Supermärkten),
  • auf frei zugänglichen Internetgruppen (z.B. offene Facebook-Gruppen), oder
  • auf öffentlichen bzw. frei zugänglichen Vereinswebseiten.

Was ist „nicht öffentliches“ Anbieten?

Unter „nicht öffentliches“ Anbieten fällt z.B.:

  • der Aushang eines Zettels im Vereinsgebäude, oder
  • wenn Tiere via Mundpropaganda weitervermittelt werden.

Darf ein Tierheim Tiere öffentlich (z.B. im Internet) anbieten?

Ja, wenn eine Bewilligung für das Betreiben eines Tierheims vorliegt.

Darf ein Tierschutzverein Tiere öffentlich anbieten?

Ja, wenn der Verein eine „Bewilligung zur Tierhaltung“ hat.

Was ist eine „Bewilligung zur Tierhaltung“?

Eine „Bewilligung zur Tierhaltung“ ist die Bestätigung und Erlaubnis der Behörde, dass Tiere artgerecht und unter bestimmten Voraussetzungen gehalten werden (gemäß § 31b Abs. 2 TSchG).

Welche Voraussetzungen müssen Organisationen für die Ausstellung einer „Bewilligung zur Tierhaltung“ erfüllen?

Konkrete Voraussetzungen für eine Bewilligung sind:

  • Die Betriebsstätte (z.B. Zoofachhandlung, Tierheim) muss in Österreich sein.
  • Die Betriebsstätte muss gewisse bauliche Voraussetzungen erfüllen.
  • Je nach Anzahl der Tiere müssen entsprechend ausreichend Personen mit Fachkenntnissen anwesend sein.

Folgende bauliche Voraussetzungen müssen die Betriebsstätten aktuell erfüllen, die Tiere im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit halten:

  • Neben den Verkaufsräumlichkeiten muss es abgegrenzte Unterkünfte geben, die geeignet sind, um kranke Tiere vorübergehend abzusondern.
  • Es muss ein Anschluss für Kalt- und Warmwasser vorhanden sein.
  • Die Unterkünfte und Räumlichkeiten für die Tiere müssen so gestaltet sein, dass sie sich leicht reinigen und desinfizieren lassen.
  • Die Größe und Ausstattung der Unterkünfte müssen den artspezifischen Bedürfnissen der Tiere entsprechen.
  • Die Unterkünfte müssen ausreichend beleuchtet und belüftet sein; die Beleuchtung muss dem Tag-und-Nacht-Rhythmus der Tiere entsprechen.
  • Fenster in den Unterkünften der Tiere bzw. Schaufenster müssen geeignete Sonnenschutzvorrichtungen haben.

Was gilt für Einrichtungen oder Personen, die wiederholt Tiere bei sich aufnehmen und weitergeben, jedoch kein Tierheim sind?

Personen oder Organisationen, die wiederholt, ohne eine „Bewilligung zur Tierhaltung“, Tiere

  • vorübergehend für kurze Zeit aufnehmen (z.B. zur Betreuung und Pflege fremder Tiere),
  • weitergeben,
  • selbst oder für andere vermitteln,

müssen dies der Behörde vorher melden. Diese Meldung ist jedoch keine „Bewilligung zur Tierhaltung“, d.h., es dürfen damit Tiere nur an „nicht öffentlichen“ Stellen angeboten werden.

Macht es für das Anbieten einen Unterschied, ob Tiere verkauft oder verschenkt werden?

Nein, beim öffentlichen Anbieten von Tieren macht es keinen Unterschied, ob die Tiere verkauft oder verschenkt werden.

Dürfen Pferde öffentlich zum Kauf oder zur Abgabe angeboten werden?

Ja, ein Pferd ist ein landwirtschaftlich nutzbares Tier und darf daher von der Halterin bzw. dem Halter öffentlich angeboten werden.

Dürfen Wildtiere öffentlich zum Kauf oder zur Abgabe angeboten werden?

Wildtiere sind alle Tiere außer den Haus- und Heimtieren, wie z.B. Reptilien oder exotische Vögel. Wurde die Haltung und Zucht der Wildtiere wie gesetzlich vorgeschrieben bei der Behörde gemeldet, dürfen die Tiere von der Züchterin bzw. dem Züchter öffentlich angeboten werden.

Warum verlangt die Behörde im Einzelfall für die Bewilligung zur Tierhaltung mehr als die hier angeführten Voraussetzungen?

Die zuständige Behörde kann im Einzelfall zusätzliche Vorschriften erlassen, damit ein Bewilligungsbescheid ausgestellt wird. Beispiele dafür sind:

  • die Verpflichtung, mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin einen Betreuungsvertrag abzuschließen, oder
  • die Verpflichtung, die Tiere innerhalb von zwei Tagen nach Ankunft tierärztlich untersuchen zu lassen.

Wer ist für die Ausstellung einer „Bewilligung zur Tierhaltung“ zuständig?

Für die Prüfung und Ausstellung einer „Bewilligung zur Tierhaltung“ sind die Bundesländer zuständig. Bei Fragen wenden Sie sich daher bitte an die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde.

Welche Strafen drohen?

Wer Tiere unerlaubt öffentlich anbietet, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 3.750 Euro, im Wiederholungsfall bis zu 7.500 Euro.

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