Gemeinnützige Bauvereinigungen

Gemeinnützige Bauvereinigungen haben die Aufgabe, im Dienst der Allgemeinheit Wohnungen zu bauen, zu sanieren und zu verwalten. Sie müssen von der zuständigen Landesregierung als gemeinnützig anerkannt werden.

Solche Bauvereinigungen, umgangssprachlich auch als „Wohnbau-Genossenschaften" bezeichnet, müssen einem Verband angehören, der eine regelmäßige genaue Prüfung der Geschäftstätigkeit durchführt. Sie können nicht nur als Genossenschaft, sondern auch als Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder als Aktiengesellschaft organisiert sein. Sie unterliegen auch der Aufsicht der Landesregierung. Gemeinnützige Bauvereinigungen bauen überwiegend Wohnungen, die nach den Wohnbauförderungsgesetzen der Länder gefördert werden. Daher müssen für Miete oder Kauf einer Wohnung auch die Förderungsbestimmungen eingehalten werden.

Chance auf günstigeren Wohnraum durch Kostendeckungsprinzip

Für die Vermietung von „Genossenschaftswohnungen" gilt nach dem Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz (WGG) grundsätzlich das Prinzip des kostendeckenden Entgelts. Das bedeutet, dass die Bauvereinigung in der Regel nicht mehr, aber auch nicht weniger verlangen darf, als die Kosten des Bauvorhabens - nach einer genauen Abrechnung - ausmachen.

Beim erstmaligen Bezug einer „Genossenschaftswohnung" wird nur eine vorläufige Miethöhe bekanntgegeben. Erst nach der Endabrechnung des Bauvorhabens - oft erst drei bis fünf Jahre nach dem Bezug - erfahren Sie die endgültige Höhe der Miete.

Bei der Anmietung einer „Genossenschaftswohnung" wird ein Finanzierungsbeitrag eingehoben, der einen Teil der Grund- und Baukosten abdeckt. Dieser Beitrag wird bei Beendigung des Miet- oder Nutzungsverhältnisses wieder zurückbezahlt. Ein Prozent pro Jahr der Vertragsdauer wird abgezogen.

Mietkauf

Beim Mietkauf besteht die Möglichkeit eine Genossenschaftswohnung im Eigentum zu erwerben. Werden von der Mieterin/dem Mieter einer geförderten Wohnung bei der Erstvermietung Eigenmittel zur Finanzierung von Grund und/oder Baukosten verlangt, die einen bestimmten Betrag übersteigen, entsteht eine Kaufoption, die frühestens nach Ablauf von zehn Jahren nach Erstbezug der Baulichkeit ausgenutzt werden kann.

Beim Mietkauf handelt es sich nicht um eine Art Leasingfinanzierung der Wohnung. Das während aufrechter Miete eingehobene Entgelt wird beim allfälligen Kauf nicht auf den Kaufpreis angerechnet. Wohl aber werden die von den Mieterinnen/Mieter bezahlten Finanzierungsbeiträge minus 1 % pro Jahr der Mietdauer sowie die von der gemeinnützigen Bauvereinigung übernommenen Verpflichtungen (insbesondere aushaftende Darlehensbeträge) angerechnet. Der Kaufpreis braucht von der gemeinnützigen Bauvereinigung bei Mietvertragsabschluss nicht genannt werden.

Macht die Mieterin/der Mieter von der Kaufoption Gebrauch, hat die gemeinnützige Bauvereinigung die Wohnung zu einem Fixpreis anzubieten. Nach den Bestimmungen des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes hat die gemeinnützigen Bauvereinigung mehrer Möglichkeiten des Fixpreis zu ermitteln. Es kann sowohl ein Fixpreis auf Grundlage des Verkehrswertes als auch ein Fixpreis analog einer neu errichteten Eigentumswohnung mit einer jeweils angemessenen und sachgerechten Verwohnung/Abschreibung und einer Wertsicherung festgesetzt werden. Die Mieterin/der Mieter ist aber nicht verpflichtet, das Verkaufsangebot anzunehmen.

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