Minimalismus statt Shopping

veröffentlicht am 10.03.2025

Der Trend zum bewussten Verzicht

Immer mehr Menschen, vor allem aus der Generation Z, setzen sich 2025 ein ambitioniertes Ziel: ein Jahr lang auf überflüssige Einkäufe zu verzichten. Doch der No-Buy-Trend ist mehr als nur eine Sparmaßnahme – er reflektiert eine gesellschaftliche Veränderung im Umgang mit Konsum.

Konsum als Belastung

Während Besitztümer lange als Zeichen von Wohlstand galten, erkennen viele inzwischen die Kehrseite: zu viele Dinge, zu wenig Platz und eine ständige Reizüberflutung durch neue Angebote. Plattformen wie TikTok und Instagram sind voll von Herausforderungen, sog. „challenges“, die dazu anregen, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und auf unnötige Käufe zu verzichten.

Die Regeln des bewussten Verzichts

Beim No-Buy-Year geht es nicht darum, gar nichts mehr zu kaufen, sondern bewusster zu konsumieren. Während lebensnotwendige Anschaffungen wie Lebensmittel, Medikamente oder Ersatzkäufe erlaubt sind, stehen Impulskäufe von Kleidung, Kosmetik oder Dekorationsartikeln auf der roten Liste. Verzeichnisse und Inventuren helfen dabei, den eigenen Besitz neu zu bewerten und sich von unnötigen Dingen zu trennen.

Sparen als Nebeneffekt

Viele entscheiden sich aus finanziellen Gründen für das No-Buy-Year. Die steigenden Lebenshaltungskosten zwingen vor allem junge Menschen oft dazu, sparsamer zu wirtschaften. Doch neben der finanziellen Ersparnis berichten viele, dass der bewusste Konsumverzicht auch andere positive Effekte hat – etwa eine intensivere Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensstil oder eine stärkere Wertschätzung für das, was man bereits besitzt.

Nachhaltigkeit und Achtsamkeit

Nicht zuletzt spielt auch die Verantwortung für Umwelt und Ressourcen eine Rolle. Der Überkonsum der vergangenen Jahrzehnte hat deutliche Spuren hinterlassen – und viele Menschen möchten mit ihrem Verzicht ein Zeichen setzen. Ob aus ökonomischen, ökologischen oder persönlichen Gründen: Das No-Buy-Year ist mehr als nur ein Trend – es ist eine Bewegung, die zeigt, dass weniger manchmal mehr sein kann.

Wie man selbst mit dem No-Buy-Year startet

Wer den eigenen Konsum einschränken möchte, kann mit kleinen Schritten beginnen:

  • Inventur machen – Welche Dinge besitzt man bereits? Welche werden tatsächlich genutzt? Ein kritischer Blick in den Kleiderschrank, auf das Kosmetikregal oder in die Küchenschränke hilft dabei, ein Gefühl für den eigenen Besitz zu bekommen.
  • Die Liste im Ampelsystem erstellen – Statt sich ein striktes Kaufverbot aufzuerlegen, kann es helfen, die Dinge in drei Kategorien einzuteilen:
    1. Grüne Liste (Essentials): Dinge, die weiterhin gekauft werden müssen, weil sie notwendig sind – dazu gehören Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente, Benzin oder Ersatzkäufe für defekte Alltagsgegenstände.
    2. Gelbe Liste (Eingeschränkter Konsum): Artikel, bei denen man bewusster entscheiden sollte, ob ein Kauf wirklich nötig ist. Dazu können Geschenke, Reparaturen oder gelegentliche Restaurantbesuche gehören. Auch Kompromisse wie „einmal pro Monat Essen bestellen“ oder ein festgelegtes Budget für Freizeitaktivitäten fallen in diese Kategorie.
    3. Rote Liste (No-Buy-Kategorie): Dinge, auf die man konsequent verzichten möchte. Dazu zählen: Kleidung, Schuhe, Kosmetik, Technik-Gadgets, Dekorationsartikel, Bücher, Zeitschriften, Coffee-to-go, Schmuck oder unnötige Abonnements. Wer beispielsweise viele unbenutzte Pflegeprodukte besitzt, kann sich vornehmen, erst alle aufzubrauchen, bevor Neues gekauft wird.
  • Impulse hinterfragen – Warum kauft man etwas? Ist es wirklich notwendig oder nur eine kurzfristige Ablenkung? Eine Wunschliste kann helfen: Erst nach 30 Tagen wird entschieden, ob der Kauf wirklich nötig ist.
  • Alternativen suchen – Kleidung tauschen statt kaufen, Bücher ausleihen statt besitzen oder Kosmetik erst aufbrauchen, bevor neue Produkte angeschafft werden. Auch selbst kochen statt Essen bestellen spart Geld und Ressourcen.
  • Ablenkung schaffen – Wer aus Langeweile shoppen geht, kann sich Alternativen suchen: Spaziergänge, kreative Hobbys oder bewusst Zeit mit Freund:innen verbringen sind nicht nur billiger, sondern auch erfüllender.

Ein No-Buy-Year muss nicht perfekt umgesetzt werden – es geht darum, bewusster zu leben und Kaufentscheidungen reflektierter zu treffen. Wer sich kleine Ziele setzt, wird vielleicht schnell merken, dass Verzicht nicht Verarmung bedeutet, sondern eine neue Form von Freiheit sein kann. 

Mehr Informationen zum No-Buy-Trend finden Sie in den Artikeln von Der Standard und RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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