Ausländische Versicherungsanbieter: Tipps für sicheren Schutz

veröffentlicht am 26.02.2025

Auslandsversicherungen sind möglich, sollten aber nur nach gründlicher Prüfung abgeschlossen werden, rät das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ).

Grundsätzlich gilt: Versicherungen dürfen ihre Produkte innerhalb der gesamten EU anbieten. In der Praxis bleiben die meisten Versicherer allerdings lokal. Die Gesetze zu Versicherungsverträgen variieren je nach Land, gleiches gilt für die Steuersysteme. Abschreckend für Konsument:innen sind zudem mögliche Sprachbarrieren oder die Unsicherheit, wer im Schadensfall als direkte Ansprechperson fungiert.

Beliebte Bereiche für grenzüberschreitende Versicherungen

Bei Spezialversicherungen, wie der privaten Krankenversicherung, gibt es oft keine ausländischen Angebote, weil der österreichische Markt dafür zu klein ist. Typische Versicherungssparten mit grenzüberschreitenden Angeboten sind insbesondere:

  • Reisen (z.B. Stornoschutz bei Flugbuchungen)
  • Mietwagen (z.B. Vollkaskoversicherung über Vermittler)
  • Reparaturversicherungen (für online gekaufte Geräte)
  • Tierversicherungen (Haftpflicht-, Unfall-, Krankenversicherung bei Haustieren)

Typische Probleme mit ausländischen Versicherern

Beim EVZ des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) gehen regelmäßig Beschwerden über ausländische Versicherer ein. Das häufigste Problem betrifft Leistungsablehnungen. Hier verweigert der Versicherer die Zahlung nach einem Schadensfall.

Andere mögliche Problemstellungen, die typischerweise etwa bei Reisebuchungsplattformen auftreten, können sein:

  • Die Versicherung wird über einen Vermittler verkauft – wer der eigentliche Anbieter ist, steht oft – wenn überhaupt – nur versteckt in der Bestellbestätigung.
  • Man meldet den Schaden an den Vermittler, der jedoch nicht reagiert. Verbraucher:innen wissen nicht, ob die Meldung weitergeleitet wurde oder ob die Versicherung einfach nicht antwortet.
  • Es herrscht Unklarheit darüber, was genau versichert ist und was nicht.

Worauf Sie beim Abschluss einer Auslandsversicherung achten sollten

Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, rät der VKI Konsument:innen zu folgendem Vorgehen:

  • Überprüfen: Wer ist der Versicherer? Notieren Sie sich die Notfall-Kontaktdaten (Mail, Telefonnummer).
  • Überlegen: Brauchen Sie die Versicherung überhaupt? Oft gibt es schon Schutz durch Kreditkarten, Automobilclubs oder Jahresversicherungen – dann zahlt man unnötig doppelt.
  • Achtgeben: Viele Plattformen drängen zum Abschluss unnötiger Versicherungen (mittels sogenannter „Dark Patterns“). Versicherungen sollten nie spontan aufgrund eines scheinbar verlockenden Angebots abgeschlossen werden.

Weitere Informationen des EVZ zum Thema finden Sie hier.

Bei Problemen mit ausländischen Versicherern können Sie sich ebenfalls an das EVZ mithilfe des dafür vorgesehenen Formulars wenden.

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