Spendenplattform „AmazonSmile“

Bei Amazon einkaufen und damit Gutes tun?

Eine Spendendose mit Münzen davor und mit Geldscheinen darin, © Romy / pixelio.de

Amazon - vor circa 20 Jahren gegründet und bis heute Marktführer im Onlinehandel - schafft es immer wieder mit negativen Schlagzeilen in die Medien zu kommen. Bisher waren vor allem die schlechten Arbeitsbedingungen Thema.

Jetzt gibt es auch Kritik an der Spendenplattform „AmazonSmile", die -  nachdem sie bereits seit drei Jahren in den USA angeboten wird - auch in Österreich und Deutschland eingeführt wurde.

0,5 % der Einkaufssumme wird gespendet

Um zu „AmazonSmile" zu gelangen, kann man mit seinem Konto über eine andere Maske einsteigen und gelangt damit auf die neue Website. Man findet dort genau die gleiche Auswahl und dieselben Einkaufsmöglichkeiten wie auf der normalen Website von Amazon. Zusätzlich kann man aber aus einer Liste verschiedener sozialer Organisationen eine bestimmte auswählen, an die Amazon in der Folge bei jedem Einkauf 0,5% der Einkaufssumme spendet.

Foodwatch warnt vor AmazonSmile

Die Verbraucherschutzorganisation foodwatch hat jetzt vor der Spendenplattform gewarnt. Foodwatch fand sich nämlich plötzlich auf der Liste der von Amazon angeführten gemeinnützigen Organisationen, obwohl die Organisation mit Amazon nie Kontakt hatte. Es wurden auch nie Spenden an foodwatch weitergeleitet.

Foodwatch protestierte gegen die Vorgangsweise und kritisiert, dass Amazon Kundinnen und Kunden in die Irre führe, die gutes Tun wollen. Mit falschen Versprechen werde dadurch der Umsatz erhöht. Außerdem sei das Vorgehen schädlich für soziale Organisationen, da der Eindruck entstehe, dass die gelisteten Organisationen ohnehin bereits Spenden über Amazon erhalten und potentielle SpenderInnen damit von weiteren Spendenaktivitäten absehen könnten.

Und wieder mal im Kleingedruckten

Nur wer die AGB zu "AmazonSmile" liest, erfährt, wie das System funktioniert: Offenbar listet Amazon bekannte Spendenorganisationen ohne um deren Zustimmung zu ersuchen. Die genannten Organisationen müssten sich extra bei Amazon registrieren lassen um tatsächlich an die Spendengelder zu kommen. Tun sie das nicht, werden die Spenden auch nicht an diese Organisationen weitergeleitet obwohl die Kundinnen ihre Einkaufsprozente konkret gewidmet hatten.

Wenn sich die Organisation auch im Nachhinein nicht registriert, werden die gesammelten Beträge an andere soziale Organisationen verteilt.

Was soll man sich als KonsumentIn dazu denken?

Bei einem Großkonzern, der Gutes tut, kauft man doch gleich viel lieber ein; so ein Verzicht auf Gewinne für gute Zwecke macht einfach sympathisch. Ärgerlich nur, wenn dabei getrickst und der gute Ruf von Spendenorganisationen ausgenützt wird. Ob man damit nicht doch das Vertrauen der Kundinnen aufs Spiel setzt?

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