"Dr. Google" hat immer Ordination

Warum so viele PatientInnen im Internet medizinische Hilfe suchen

Foto: Computer mit Stethoskop, © rawpixel.com von Pexels
Seit ein paar Tagen spüren Sie ein Stechen in der linken Schulter. Beim Tennisspielen den Arm verrissen, oder sind es doch die ersten Anzeichen für einen drohenden Herzinfarkt?
Im Apothekenschrank haben Sie Medikamente lagern, die noch nicht abgelaufen sind. Leider ist der Beipackzettel nicht aufzufinden und Sie wissen gar nicht mehr genau, wofür Sie diese Tabletten verschrieben bekommen haben.
Ihr Kind kommt mit roten Flecken nach Hause; Masern, Röteln oder doch Insektenstiche?

PatientInnen schätzen "Dr. Googles" Vielseitigkeit

Es ist nicht überraschend, dass viele Menschen erste Informationen zu einem gesundheitlichen Problem im Internet suchen. Ein Zugriff ist hier jederzeit möglich, es gibt keine Wartezeit, es entstehen keine Kosten und so ungewöhnlich eine Frage auch sein mag - niemand schaut komisch oder verwundert.

Vielleicht finden sich auch Einträge von PatientInnen die ähnliche Probleme haben und mit denen man sich unter Umständen direkt austauschen kann. Ein Basiswissen über die eigenen Krankheiten bringt mehr Sicherheit in der Begegnung mit den ÄrztInnen. Möglicherweise beruhigt ein guter Tipp soweit, dass der Arztbesuch sogar unnötig wird.

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hat ergeben, dass die Hälfte der PatientInnen mit den im Internet gefundenen Gesundheitsinformationen zufrieden sind.

ÄrztInnen und „Dr. Google“

Das Potenzial der Gesundheitsportale wird noch nicht von allen Behandelnden erkannt. Wie die Universität Frankfurt am Main ermittelt hat, sind die Informationen in vielen reichweitenstarken Portalen von solider bis sehr guter Qualität.

Laut der Studie sollten die PatientInnen bestärkt werden sich selbst zu informieren, außerdem können die ÄrztInnen gute Infoquellen weiterempfehlen. Praxisbesuche und Krankenhausaufenthalte können so gezielt vor- oder nachbereitet werden.

Nur keine Panik

Bei der Flut an Informationen sind natürlich auch Fehlinformationen dabei. Empfindliche Menschen die zur Hypochondrie neigen, könnten bei manchen Meldungen in Panik geraten. Auch hier ist das Zusammenspiel PatientInnen - MedizinerInnen - Internet entscheidend.

"Um Patienten vor gezielten Falschinformationen zu schützen, muss im Sinne einer Marktwächterfunktion konsequent dagegen vorgegangen werden. Bislang gibt es dafür wenig Konzepte und Verantwortlichkeiten. Die Entwicklung erfolgversprechender Strategien ist daher eine Aufgabe, die dringend angegangen werden muss", so ein Studienautor.

Unser ganz persönlicher Tipp: informieren Sie sich umfassend aus den verschiedensten Quellen. Bevor Sie jedoch wegen Horrormeldungen Angst bekommen, oder wenn es darum geht eine Entscheidung zu treffen - fragen Sie ihren Arzt/ihre Ärztin oder in der Apotheke.

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