Studie der EU-Kommission zu Vergleichsplattformen

Umfassendes Bild zu Verbreitung, Problemen und Verbraucherverhalten

Handzeichen für "gut" bzw "schlecht", zwei Hände, ein Daumen zeigt hinauf, einer hinunter, © Image courtesy of Teerapun at FreeDigitalPhotos.net

Internet-Vergleichsplattformen für Waren und Dienstleistungen aus verschiedensten Branchen erfreuen sich bei KonsumentInnen stetig wachsender Beliebtheit. Jetzt hat die Europäische Kommission diesem Thema eine Studie gewidmet.

Die Suche nach dem günstigsten Angebot

Erfasst werden von der Studie insgesamt 1042 Plattformen aus allen 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und Island. Dabei werden die unterschiedlichsten Waren- und Dienstleistungsbranchen abgedeckt. Stark verbreitet sind Vergleichsportale vor allem im Reise-und Tourismusbereich, auch für Finanzprodukte und im Telekommunikationssektor gibt es ein umfassendes Angebot. Acht von zehn Plattformen bieten Preisvergleiche an. Dies ist für die überwiegende Anzahl der befragten KonsumentInnen (79%) auch der ausschlaggebende Grund dafür, ein Vergleichsportal zu besuchen.

Mangelnde Transparenz als Hauptproblem

Wesentliches Anliegen der Studie ist, aufzuzeigen, wo die wesentlichsten Probleme im Umgang mit Vergleichsportalen liegen. Dabei zeigt sich, dass viele Plattformbetreiber mit Informationen über die Plattform selbst sehr zurückhaltend sind. Weniger als die Hälfte gibt nähere Auskünfte über die Beziehung zu den Unternehmen, von denen die gelisteten Produkte stammen.
Informationen zur Marktabdeckung, die Aufschluss darüber gibt, wie repräsentativ die verglichenen Ergebnisse tatsächlich sind, finden KonsumentInnen nur auf etwa jeder zehnten Plattform.

Lediglich bei 18% lässt sich erkennen, in welchen Zeitabständen die angezeigten Daten aktualisiert werden. Knapp zwei Drittel der Befragten berichtet von Problemen bei der Verwendung von Vergleichsportalen: Der häufigste Grund für Ärgernisse ist, dass das angezeigte Produkt tatsächlich gar nicht mehr verfügbar ist (54%), 21% beschweren sich über nicht korrekte Preise.

Großer Einfluss auf Kaufentscheidung

Die Studie zeigt, dass drei von vier europäischen KonsumentInnen bereits mit Vergleichsportalen vertraut sind. Die Reihenfolge der angezeigten Vergleichsergebnisse hat großen Einfluss auf die Entscheidung der KonsumentInnen.

Auch Testberichte oder Kundenbewertungen zu einem Produkt erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Produkt ausgewählt wird.

Tipps für Plattformbetreiber

Entsprechend den ausgemachten Problemen raten die Studienautoren insbesondere zu mehr Transparenz, wobei der Kennzeichnung von Werbeeinschaltungen zur eindeutigen Abgrenzung von anderen Ergebnissen eine zentrale Rolle beigemessen wird.

Die Studie sowie weitere Informationen dazu sind hier abrufbar.

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