Künstliche Intelligenz

... will nicht weniger, als alle Bereiche des Lebens verbessern

Technische Zeichnung eines Roboterkopfes, © vectorolie at FreeDigitalPhotos.net

Was uns Menschen von allen anderen Lebewesen unterscheidet, ist nach geläufiger Meinung unsere Intelligenz. Nun bekommen wir selbst geschaffene Konkurrenz: Künstliche Intelligenz (KI) - oft auch als Artificial Intelligence (AI) bezeichnet - ist das Zukunftsthema schlechthin. Roboter und intelligente Software übernehmen immer mehr Aufgaben, die früher nur der Mensch erledigen konnten. Es sind Algorithmen, also mathematische Formeln, die diese technische Leistung ermöglichen.

Die Maschinen lernen aus der Erfahrung, die sie durch ihre bisherigen Aufgaben gewinnen konnten. Und - so der logische Schluss - wer lernen kann, der kann wohl auch denken.

Eine "denkende" Maschine zu erschaffen, ohne zuvor das menschliche Denken selbst erforscht und verstanden zu haben, birgt aber Risiken. Denn menschliches Denken ist nicht vorstellbar ohne dem Erfahrungsschatz, der dahinter steht, ohne den damit verbundenen Erinnerungen und Emotionen, die uns gelehrt haben, richtig von falsch zu unterscheiden oder gut von böse.

Schon jetzt lenken viele autonome Systeme unseren Alltag

Betroffen vom Digitalisierungsschub sind mehr oder weniger alle Branchen. Die Einsatzgebiete von Algorithmen sind vielfältig: Medizintechnik, Versorgungsanlagen, Beförderungssysteme, Navi, Schachcomputer, programmierbare und lernfähige Spielzeuge, oder schlicht die Kontrolle unseres Satzbaus in Office Word.

Aber Algorithmen stehen auch hinter Bonitätsauskünften, wenn wir einen Handyvertrag wollen oder einen Kredit brauchen. Dazu werden eine ganze Menge persönlicher Daten verwendet, die hoffentlich auf rechtmäßigen Weg erhoben wurden und aus vertrauenswürdigen Quellen stammen. Erst ab dem 25. Mai 2018, ab Wirksamwerden der Datenschutzgrundverordnung, hat man bei automatisierten  Entscheidungsfindungen das Recht, "aussagekräftige Informationen über die involvierte Logik sowie die Tragweite und die angestrebten Auswirkungen einer derartigen Verarbeitung für die betroffene Person" zu erfahren. Von diesem Recht sollten Sie unbedingt Gebrauch machen!

Aktive TeilnehmerInnen oder passive KonsumentInnen?

Natürlich liegt es im Ermessen der/des Einzelnen, ob intelligente Systeme wie Cortana, Alexa, Siri oder Google Now verwendet werden. Es muss aber bei Verwendung jederzeit möglich sein zu erfahren, welche Daten verarbeitet werden, an wen sie versendet werden, zu welchem Zweck und wie lange solche Daten gespeichert werden. Und hoffentlich ist es bis zu den Herstellern in Asien und den USA vorgedrungen, dass die Datenschutzgrundverordnung eine datenschutzfreundliche Grundeinstellung aller Geräte fordert.

Auch jene Rechte, wie Information, Auskunft, Berichtigung, Löschung, Datenübertragung oder Einschränkung der Verarbeitung sollten von den Betroffenen genutzt werden, damit Unternehmen erkennen, dass den Betroffenen die Macht über ihre persönlichen Daten wichtig ist. Das setzt das Grundverständnis über den Wert persönlicher Daten voraus.

Schule als Ort digitaler Bildung

Digitale und informatische Kompetenzen sind für die Teilhabe an unserer Gesellschaft unerlässlich.Die Ausbildung der PädagogInnen entscheidet darüber, ob künftig mehr Schulen digitale Medien sinnvoll im Unterricht einsetzen, um die SchülerInnen unter anderem fit für KI zu machen.

Bereits im Schuljahr 2017/18 startete das Pilotprojekt an 169 Neuen Mittelschulen und AHS-Unterstufen zur verbindlichen Übung "Digitale Grundbildung". Für das Schuljahr 2018/19 erfolgt die Verordnung des Lehrplans und die flächendeckende Umsetzung für alle Schulen der Sekundarstufe I. Die Schulen entscheiden selbst, ob sie die verbindliche Übung „Digitale Grundbildung" in speziellen Stunden oder integriert in anderen Fächern vermitteln.

Benutzen Sie Ihren Verstand

Kritiker wie Stephen Hawking oder Elon Musk warnen davor, dass, wenn die KI einmal klüger als wir Menschen sein wird, sie sich auch gegen uns stellen könnte, weshalb wir den folgenden Satz von Kant ins Gedächtnis rufen wollen:

„Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen!"

Entscheiden Sie selbst und ziehen Sie notfalls auch mal den Stecker!

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