Kostbare Konsumentinnen

Frauen zahlen mehr

Lollipop in rosa und hellblau, © foto76 at FreeDigitalPhotos.net
Den aufmerksamen LeserInnen ist es in der Überschrift vielleicht gleich aufgefallen: aber nein, es ist kein Tippfehler und wir haben das „Binnen I" auch nicht vergessen. Diesmal geht es -anlässlich des internationalen Frauentags - ausschließlich um das weibliche Geschlecht - um die Konsumentinnen also.

Einkommensunterschiede

Die Zahlen der verschiedenen Quellen sprechen für sich: Statistik Austria, die OECD oder Eurostat zeigen auf, dass der Gender Pay Gap - also die Lohnkluft zwischen Männern und Frauen - in Österreich nur sehr langsam geringer wird. Der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern ist in Österreich höher als in den meisten OECD-Staaten.

Umso ärgerlicher ist es, wenn Frauen nicht nur weniger bezahlt bekommen, sondern auch bei den Preisen benachteiligt werden. Produkte speziell für Frauen sind oft ohne erkennbaren Grund teurer als die für Männer.

Ist Rosa teurer als Blau?

Besonders bei Kosmetikprodukten, in Drogeriemärkten oder bei Dienstleistungen wurden markante, durch nichts zu erklärende, Unterschiede festgestellt. Die meisten der aktuellen Studien (z.B. Preisdifferenzierung nach Geschlecht) stammen zwar aus Deutschland, da es aber in Österreich die selben Produkte und vergleichbare Dienstleistungen gibt, ist die Situation hierzulande sicher vergleichbar.

Besonders groß sind die Unterschiede demnach bei Friseuren und in Textil-Reinigungen: Bei Friseuren ist die unterschiedliche Preisgestaltung besonders krass. Für Kurzhaarfrisuren zahlen Frauen im Schnitt 12,50 Euro mehr als Männer, auch das Reinigen einer Bluse kostet mehr als die von Hemden, obwohl der Aufwand vermutlich der gleiche ist.

Ohne triftigen Grund gibt es manche Produkte in männlichen und weiblichen Varianten; Die Rasierklingen für Frauen kosten dann z.B. 4,49 Euro, die exakt gleichen Klingen für Männer nur 3,89 Euro. Der einzige Unterschied der beiden Produkte ist die Verpackungsfarbe: Bei Frauenklingen ist sie rosa, bei Männerklingen blau. Auch Kinderprodukte werden schon mit Gender-Pricing verkauft: z.B. wurde das „Prinzessinnen" Kinderschaumbad bei der Studie um 2,95 Euro gefunden, die coole Version für Jungs kostet nur 1,75 Euro.
 

Damit Sie nicht in die Gender-Pricing Falle tappen

Auch die Verbraucherzentralen in Deutschland haben diese Ungerechtigkeiten kritisiert. Bis zu 200 Prozent Aufschlag für „Rosa" wurden festgestellt, die „Pink Tax" betrifft auch (Kinder-)Bekleidung und Spielzeug. Vielleicht haben Sie sich ja auch schon gewundert, wieso Spielzeug, das einer Schokolade beigepackt wird, oder Systembausteine aus Plastik, in Buben- und Mädchenversionen verkauft wird.

Da die Preisregulierung und Preisüberwachung sehr eingeschränkt ist, bleibt nur eines - kritisch kaufen! Vergleichen Sie die Produkte und Preise, möglicherweise ist die Badeschaum-Variante in schwarz oder blau günstiger, als die in lila oder glitzernd.

Oder wir können auf die Unternehmen einwirken, indem wir das eigene geschlechtsspezifische Konsumverhalten überdenken und wenn möglich die billigere Männervariante kaufen. Direkte Beschwerden bei Unternehmen, die derart genderspezifisch vorgehen, sollen auch schon genutzt haben.

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