Jedes Wort auf die Goldwaage legen…

…müssen Sie bei Onlinebewertungen nicht.

Es empfiehlt sich aber, auch auf Internet-Plattformen auf den richtigen Ton zu achten.

Es ist sehr einfach und einladend, seine Erlebnisse mit einem Unternehmen, sei es ein Geschäft, ein Restaurant oder eine öffentliche Einrichtung, mit anderen Internetusern zu teilen. Manche Betriebe laden sogar dazu ein, ein Urteil abzugeben und verstehen dies als Marketing-Maßnahme. Und für die Konsumentinnen und Konsumenten finden sich auf den Plattformen manch nützliche Hinweise und Informationen

Achten Sie auf die richtige Wortwahl

Besonders im Tourismus und der Gastronomie sind diese Bewertungsportale bedeutsam. Haben Sie schon einmal die Adresse eines Restaurants im Netz gesucht? Noch bevor Sie die gesuchte Seite finden, kommen als erste Treffer viele Seiten, die das Lokal kommentieren und bewerten.

Gerade wenn man sich über ein Unternehmen oder eine Dienstleistung geärgert hat, ist die Versuchung groß, über das scheinbar anonyme Internet „Dampf abzulassen". Aber auch wenn Sie bei ihrer Einschätzung nicht unfreundlich oder unflätig waren, kann es vorkommen, dass der betroffene Betrieb verlangt, dass Sie Ihren Eintrag löschen. Im schlimmsten Fall kann sogar Schadenersatz verlangt werden.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung

Subjektive Bewertungen sind prinzipiell zulässig; auch Kritik ist möglich, darf jedoch keine Beleidigungen oder Beschimpfungen enthalten. Barbara Bauer, Juristin beim Verein für Konsumenteninformation (VKI), meint dazu: „Ich kann zum Beispiel das Essen im Restaurant als ‚nicht so bekömmlich‘ oder als ‚nicht gut‘ bezeichnen. Ich darf aber nicht den Restaurantbetreiber beschimpfen".

Besonders wenn Tatsachen festgestellt werden, kann es heikel werden. Auf der sicheren Seite sind Sie dann, wenn klar ist, dass Sie eine subjektive Einschätzung niederschreiben und nicht verallgemeinern. Gegen eine Formulierung wie z.B. „mir hat das Essen nicht geschmeckt und die Bedienung entsprach nicht meinen Erwartungen an ein Haubenrestaurant" ist sicher nichts einzuwenden. Wenn Sie allerding in Ihrem Kommentar festhalten „das Essen ist ungenießbar und vergammelt, die Bedienung eine Unverschämtheit" könnte es sein, dass Sie durch einen Rechtsanwalt aufgefordert werden, solche Kritik zu unterlassen.

Mehr Details zur rechtlichen Beurteilung von Onlinebewertungen lesen Sie auf help.orf.at

https://help.orf.at/stories/2937018/

https://help.orf.at/stories/2888964/

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