Die Ölkrise

Palmöl – ein umstrittenes Alltagsprodukt

Abbildung einer großen Palme, © domilo122  / pixelio.de
Die Ölpalme deckt etwa ein Drittel des globalen Bedarfs nach pflanzlichen Ölen. Weil Palmöl vielseitig verwendbar ist (z.B. als Pflanzenfett für die Lebensmittelindustrie, für Reiniger und Kosmetik, für Agrodiesel usw.) steigt die Nachfrage permanent.
Dank ihres hohen Ertrags verbrauchen Ölpalmen zwar weitaus weniger Fläche, als andere Ölpflanzen. Bei Steigerungsraten von 15% jährlich geraten aber die beiden Hauptproduktionsländer Indonesien und Malaysia zunehmend unter Druck: riesige Regenwaldflächen werden gerodet, wodurch es nicht nur zu einem enormen CO2-Ausstoß kommt, sondern auch der Lebensraum der indigenen Bevölkerung und von zahlreichen bedrohten Tierarten, wie zB. dem Orang-Utan, immer schneller immer kleiner wird.

Jedes zweite Fertigprodukt enthält Palmöl

Trotz vehementer Anstrengungen von Umweltorganisationen bereits seit der Jahrtausendwende, will Indonesien den Anbau v.a. auf Borneo auf unvorstellbare Ausmaße von 20 Mio Hektar vergrößern: das wäre die gesamte Fläche von Großbritannien!

Niemand möchte, dass Regenwald gerodet und indigene Bevölkerung vertrieben wird - und dennoch befindet sich in jedem zweiten Fertigprodukt, das man in heimischen Supermärkten kaufen kann, Palmöl. Auch zertifiziertes Palmöl (Round Table on Sustainable Palm Oil, kurz PSPO-Palmöl genannt) kann laut Umweltschutzorganisationen nicht den Anspruch auf Nachhaltigkeit erheben: die Rodung von Regenwäldern, Vertreibung der Bevölkerung und schlechte Arbeitsbedingungen für ArbeitnehmerInnen sind dadurch keineswegs ausgeschlossen!

Palmöl und die Gesundheit

Abgesehen davon, dass Palmöl einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthält, die sich negativ auf die Blutfettwerte auswirken, bilden sich während der Herstellung des Pflanzenöls als gefährlich eingestufte Inhaltsstoffe: das sind 3 -Monochlorpropandiol (MCPD) und Glycidyl Fettsäureester.
Die Europäische Lebensmittelsicherheitsagentur ESFA hat in Ihrem erst am 10.1.2018 erschienen Artikel ausgeführt, dass gerade für jüngere VerbraucherInnen Gesundheitsbedenken bestehen, da die Stoffe sowohl genotoxisch (können die DANN schädigen) als auch karzinogen (können Krebs hervorrufen) sind. Dennoch erhöhte das Gremium die unbedenkliche tägliche Aufnahmemenge um das Zweieinhalbfache.

Checkliste - da steckt meist Palmöl drin

Wer also auf Nummer sicher gehen will und lieber palmölfrei essen möchte, sollte bei folgenden Produkten ganz genau auf die Zutatenliste achten.

Hier finden Sie eine Checkliste von Produkten, in denen Palmöl vorhanden ist.
http://www.umweltberatung.at/checkliste-da-steckt-meist-palmoel-drin

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