Achtung vor betrügerischen Aufsperrdiensten

Neben überhöhten Preisen kommt es oft auch zu Schäden an den Türen

alte Türe, © Photo by Tucker Good on Unsplash
Zuletzt sorgte folgendes Vorgehen für Aufsehen:
Der Konsument oder die Konsumentin sucht eilig nach einem Aufsperrdienst im Internet. Dabei stößt er oder sie auf eine Google Anzeige, die den Eindruck erweckt, es würde sich um einen örtlichen Schlossereibetrieb handeln. Versteckt im Impressum der Webseite wird jedoch angegeben, dass es sich um einen Vermittler handle. Wählt man die auf der Webseite angegebene Telefonnummer, erreicht man einen Telefondienst in Deutschland. Dieser kann in der Regel keine genaueren Preisangaben machen und versichert dem Anrufer, einen Aufsperrdienst vorbeizuschicken.

Amateure, die Wucherpreise verlangen

Der vermeintliche Schlüsseldienst, der dann vor Ort bei dem Konsumenten oder bei der Konsumentin auftaucht, verlangt sehr hohe Preise für sein Tätigwerden. Nicht selten wird Druck ausgeübt, diese Beträge sofort zu bezahlen. Hinzu kommt, dass die angeblichen Schlosser meist gar nicht über die nötigen Kenntnisse und Werkzeuge verfügen, um eine Tür fachgerecht zu öffnen, sondern mit roher Gewalt vorgehen.

Verfolgung schwierig

Im Nachhinein gestaltet es sich regelmäßig schwierig, die Verantwortlichen ausfindig zu machen, da sich die Personen vor Ort nicht ausweisen und verschwinden. Die Webseiten verfügen üblicherweise über kein oder nur ein falsches Impressum.

Die Watchlist Internet hat jüngst vor der Webseite schlossauf.at gewarnt (https://www.watchlist-internet.at/news/warnung-vor-schlossaufat/). Leider wechseln Betrüger jedoch regelmäßig ihre Internetpräsenz.

Wir raten daher bei der Auswahl eines Schlüsseldienstes stets besonders sorgfältig zu sein.  Auf www.meinaufsperrdienst.at,  ein Service der WKÖ, können Sie Schlüsseldienste in Ihrer Nähe finden, die mit einem Gütesiegel ausgezeichnet sind. 

Tipps beachten

Leider werden auch andere Notsituationen gerne von Betrügern ausgenutzt. So kommt es etwa auch bei Wasserschäden oft zu unbedachten Aufträgen an Installateure.

Hier einige Tipps, wie Sie sich schützen bzw. wehren können:

  • Speichern Sie sich bereits vorweg die Telefonnummer eines seriösen Fachbetriebs (Schlüsseldienst, Installateur, ...) ins Telefon ein, damit Sie ihn für den Fall der Fälle parat haben.
  • Wenn Sie im Internet nach einem Dienstleister suchen, sollten Sie nicht achtlos das erstbeste Ergebnis wählen (Vorsicht bei bezahlten Anzeigen). Achten Sie auf das Impressum der Webseite (wo ist der Unternehmenssitz?). Führen Sie gegebenenfalls eine kurze Internetsuche mit dem Firmennamen durch. Unter Umständen wird vor dem Unternehmen bereits gewarnt, etwa von der Watchlist Internet (https://www.watchlist-internet.at/).
  • Klären Sie mit Ihrer Haushaltsversicherung oder Kreditkartenfirma ab, ob sie die Vermittlung eines seriösen Dienstleisters anbietet und eventuell auch die Kosten übernimmt.
  • Bestehen Sie bereits telefonisch auf einen Fixpreis. Sollte vor Ort mehr verlangt werden, zahlen Sie nicht mehr als vereinbart und lassen Sie sich allenfalls einen Zahlschein geben.
  • Bei Verdacht auf Betrug: Rufen Sie sofort die Polizei (133) und fotografieren Sie die Nummerntafel. Verweigern Sie die Barzahlung vor Ort und bestehen Sie auf einer Übermittlung der Rechnung.
  • Nutzen Sie die Watchlist Internet, um sich über unseriöse Dienstleister zu informieren und auch andere vor Betrügern zu warnen, sollten Sie negative Erfahrungen gemacht haben. Auf der Internetplattform können entsprechende Vorfälle gemeldet werden. Die Webseite bietet auch einen Newsletter an.

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