Foodsharing

Ein Trend, der für weniger Lebensmittelabfälle sorgt

1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel landen weltweit jährlich im Müll. Das ist in etwa viermal so viel wie nötig wäre, um den Hunger der Welt zu stillen. In Österreich sind es 40 Kilogramm pro Kopf und das, obwohl ein Großteil davon noch genießbar wäre. Um dem entgegenzuwirken haben sich in den letzten Jahren vermehrt Initiativen gebildet, die Lebensmittel vor der Tonne bewahren wollen. Eine davon ist das Foodsharing.

Was ist Foodsharing?

Die Initiative Foodsharing wurde 2012 von dem Filmemacher Valentin Thurn nach seinem Dokumentarfilm Taste The Waste ins Leben gerufen. Sie setzt sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln ein. Ziel ist es, noch essbare Lebensmittel vor der Tonne zu retten. Dies kann sowohl durch den Tausch und das Verschenken von Lebensmitteln passieren als auch durch eine Abholung bei Supermärkten oder Veranstaltungen. In diesem Fall holen sogenannte Foodsaver genießbare, aber bereits aussortiere Lebensmittel bei den jeweiligen Händlern ab und stellen sie anschließend kostenlos der Allgemeinheit zur Verfügung. Dabei haben sich in den letzten Jahren verschiedene Netzwerke gebildet. So kann man sich in Städten wie Graz oder Wien beispielsweise an den „Fair-Teilern" bedienen.

Wo finde ich Essen von Foodsharing-Gruppen?

Diese Verteiler sind speziell gekennzeichnete Kühlschränke die bei Privatpersonen, Geschäften oder an öffentlichen Plätzen aufgestellt werden und aus denen sich jeder kostenlos bedienen kann. Das gesammelte Essen der Foodsaver wird aber auch an gemeinnützige Einrichtungen verschenkt. Zudem gibt es verschiedene Online-Plattformen, über die man sich registrieren und so auch als Privatperson sein Essen verschenken oder anholen kann. Auch Facebook-Gruppen, auf denen Lebensmittel geteilt, getauscht und verschenkt werden haben sich mittlerweile etabliert und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Eine Übersicht, wo in Wien „Fair-Teiler" aufgestellt sind findet Sie hier.


Gesetzliches Wegwerfverbot

Die Foodsharing Initiative setzt sich zudem für ein gesetzlich festgelegtes Wegwerfverbot von Lebensmitteln ein, die in Supermärkten verkauft werden. So sollen, wie bereits in Tschechien und Frankreich umgesetzt, die Lebensmittel an Hilfsorganisationen gespendet werden müssen. In Frankreich sind größere Händler dazu verpflichtet, mit karitativen Organisationen Abkommen für Lebensmittelspenden zu schließen. Zudem soll das nicht genutzte Essen als Tierfutter weiterverkauft oder als Kompost für die Landwirtschaft verwendet werden.

So landet wieder weniger Essen im Müll

Doch nicht nur die Supermärkte stehen in der Verantwortung, auch die einzelnen KonsumentInnen können etwas verändern. Denn 42 Prozent aller weggeworfenen Lebensmittel werden von privaten Haushalten verschuldet. Dass so viel Essen im Müll landet, ist auch auf die falsche Planung von Einkäufen zurückzuführen. Oft lässt man sich von Rabatten zu Mehreinkäufen verleiten anstatt bewusst mit den Produkten umzugehen. Zudem wissen viele Menschen nicht mehr, wie Lebensmittel richtig gelagert werden und wie man deren Qualität überprüfen kann. Zu oft verlässt man sich auf das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum und wirft so noch genießbare Ware in den Mistkübel. Dabei könnte man noch vieles davon verwerten und mit ein bisschen Phantasie aus den Resten noch etwas Gutes zaubern. Aus diesem Grund hat die Seite „Natürlich Weniger Mist" Tipps und Tricks zusammengetragen, die helfen sollen, mit unseren Lebensmitteln bewusster und nachhaltiger umzugehen.


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