Wenn jede Minute zählt

veröffentlicht am 10.07.2020

Ein Schlaganfall ist lebensbedrohlich und schlägt meist ohne Vorwarnung zu.  Wie Sie Ihr Leben danach meistern und zurück in den Alltag finden, welche Behandlungen erfolgversprechend sind, lesen Sie im Ratgeber des VKI.

Buchcover, dunkelroter Einband mit Buchtitel , © VKI
Ein Schlaganfall ist lebensbedrohlich und schlägt meist ohne Vorwarnung zu. Es kommt zu einem plötzlichen Funktionsausfall eines Gehirnareals. Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen und Schwindel sind mögliche Folgen. Da pro Minute 2 Millionen Gehirnzellen absterben, muss den Betroffenen schnell geholfen werden. Die Notfalltherapie muss innerhalb von vier Stunden nach dem Schlaganfall durchgeführt werden.

Jährlich erleiden ungefähr 25.000 Österreicher einen Schlaganfall, dies bedeutet ein Schlaganfall ca. alle 20 Minuten! Nach Herzkreislauferkrankungen und Krebserkrankungen ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Österreich: bei Frauen gehen rund 1,9 % der Todesfälle auf einen Schlaganfall zurück, bei Männern sind es rund 1,4%.

Mittlerweile ist die Zahl der Menschen, die an den Folgen eines Schlaganfalls sterben oder bleibende Behinderungen erleiden, aufgrund des hohen Niveaus der Notfall-Versorgung in Österreich deutlich zurückgegangen.

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

Schwäche bzw. Lähmung im Gesicht, Arm, Bein oder in einer ganzen Körperhälfte: Sie äußert sich in Form eines hängenden Mundwinkels, weiters können Gegenstände aus der kraftlosen Hand fallen, auch kraftloses Einknicken beim Gehen ist typisch.

Taubheitsgefühl im Gesicht, Arm, Bein oder in einer ganzen Körperhälfte: Auf einer Körperseite kommt es zu einem tauben Gefühl, auch hier werden meist zwei oder drei Körperregionen miteinbezogen. Arm und Bein fühlen sich taub an, wie nach einer Injektion beim Zahnarzt. Man ist nicht in der Lage, Gegenstände zu fassen. Beim Versuch, zu trinken, kann Flüssigkeit aus dem Mundwinkel rinnen.

Störung des Sehvermögens: Sollte eine verengte Halsschlagader Ursache sein, kommt es zu einem zumeist kompletten Sehverlust auf nur einem (!) Auge der betroffenen Seite. Das betroffene Auge sieht nur verschwommen oder "schwarz". Hierbei handelt es sich um einen typischen Schlaganfall-Vorboten. Ist ein Gefäß im Sehzentrum des Gehirns betroffen, führen die Durchblutungsstörungen zu einer halbseitigen Störung des Gesichtsfeldes (auf beiden Augen ist das jeweils halbe Gesichtsfeld eingeschränkt). Dabei stößt die Person z.B. beim Gehen in einem Raum immer wieder auf Hindernisse (Türstöcke), weil sie sie nicht sieht. Beim Fernsehen ist plötzlich eine Hälfte des Bildes verschwunden. Aber auch Doppelbilder werden von den Betroffenen gelegentlich wahrgenommen.

Schwindel, Unsicherheit beim Gehen, Verlust von Gleichgewicht oder Koordination: Gleichgewichtsstörungen führen oft zu plötzlichen Stürzen. Betroffene verspüren einen Schwankschwindel, klagen teils über Übelkeit und müssen gelegentlich erbrechen.

Plötzlicher, starker ungewöhnlicher Kopfschmerz: Tritt meist nur dann auf, wenn eine Gehirnblutung eingesetzt hat. Der Kopfschmerz ist einschießend, "stark wie noch nie".

Sprachstörungen: Wörter und Sätze können oft nicht richtig gebildet und ausgesprochen werden. Das Sprachverständnis kann gestört sein, sodass die Patienten Gesprächspartner nicht mehr verstehen und Aufforderungen nicht mehr befolgen.

Sprechstörungen: Das Sprechen ist verwaschen und undeutlich. Patienten erwecken nicht selten den Eindruck, als ob sie betrunken wären.

 Reagieren Sie rasch und unverzüglich: Ab ins Krankenhaus!

Wie Sie Ihr Leben danach meistern und zurück in den Alltag finden, welche Behandlungen erfolgversprechend sind, lesen Sie im untenstehenden Ratgeber!

Renate Haiden, Jasmin Arrich: „Schlaganfall“

Hrsg. Verein für Konsumenteninformation,
Wien 2020; Flexcover, 300g, 192 Seiten,
ISBN 978-3-99013-095-7; € 19,90 (+ Versandkosten)

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