Nährwertkennzeichnung durch Nutri-Scores

veröffentlicht am 22.01.2020

Der Nutri-Score ist ein System zur Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln. Eine fünfstufige Farb- und Buchstabenskala liefert einen Überblick über die Nährwertqualität eines Produktes.

Ziel des Systems ist es, eine Orientierung beim Kauf von Lebensmitteln zu geben und dadurch das Bewusstsein hinsichtlich einer ausgewogenen Ernährung zu steigern. Das System wurde im Jahr 2017 von den französischen Gesundheitsbehörden ins Leben gerufen. Die wissenschaftliche Grundlage lieferten Ernährungswissenschaftler aus Großbritannien und Frankreich.

Berechnung des Nutri-Scores

Die Ermittlung des Nutri-Score erfolgt auf Basis der Nährwertangaben für 100 Gramm, beziehungsweise 100 ml bei Getränken und Suppen. Zur Berechnung wird die Menge bestimmter ungünstiger und günstiger Inhaltsstoffe eines Lebensmittels ermittelt und miteinander verrechnet.

Ungünstig wirken sich aus:

  • Energiegehalt
  • Zucker
  • gesättigte Fettsäuren
  • Natrium

Günstig sind:

  • Proteine
  • Ballaststoffe
  • Anteil von Obst, Gemüse und Nüssen (außer wenn hoch verarbeitet, etwa als Sirup)

Nach der Verrechnung ungünstiger und günstiger Nährwerte ergibt sich eine Gesamtpunktzahl zwischen −15 und +40. Diese wird dann einer Stufe innerhalb des Nutri-Score-Systems zugeordnet. Die Palette reicht von „A“ (grün) bis „E“ (rot). Je niedriger der Nutri-Score, desto höher ist die Nährwertqualität eines Lebensmittels.

Nutri-Score, © Unbekannt (Commons Wiki)

Das Nutri-Score-System ist geschützt, das bedeutet, dass Unternehmen, die den Nutri-Score verwenden, den der Errechnung der Punktezahl zugrundeliegenden Algorithmus übernehmen müssen. Das hat den Vorteil, dass der Nutri-Score europaweit einheitlich verwendet wird, so er zum Einsatz kommt.

Zu große Vereinfachung?

Die Darstellung durch den Nutri-Score sei zu vereinfacht, so die Kritiker/innen des Nutri-Score-Systems. Er berücksichtige wichtige Inhaltsstoffe wie Vitamine nicht, ebenso wenig wie Zusatzstoffe oder Süßungsmittel. Gerade bei der Verwendung von Süßstoffen wäre eine Adaptierung des Nutri-Score-Systems wünschenswert. Die Verwendung von Süßstoffen sollte im Algorithmus der Berechnung negative Punkte zur Folge haben und sich entsprechend im Nutri-Score niederschlagen.

Konsumentenschutzorganisationen, Foodwatch und andere befürworten den Nutri-Score

Von mehreren europäischen Verbraucherorganisationen und der BEUC, Dachverband der europäischen Verbraucherorganisationen, gibt es eine europäische Bürgerinitiative für die verpflichtende Einführung des Nutri-Scores auf EU-Ebene. Die Bürgerinitiative läuft bis 8.5.2020 und kann online unterstützt werden.

Link zur Bürgerinitiative

Eine europäische Bürgerinitiative muss - um erfolgreich zu sein - von mindestens 1.000.000 EU-Bürgerinnen und -bürgern unterstützt werden und in sieben EU-Staaten eine Mindestanzahl an Unterschriften erreichen. Für Österreich liegt diese Schwelle bei 13.500 Unterschriften.

Wenn Sie also der Meinung sind, dass Nutri-Score eine gute Sache ist, können Sie dies durch Ihre Unterschrift für die Bürgerinitiative zum Ausdruck bringen!

 

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