Internet Ombudsmann: mehr als 10.000 Anfragen und Beschwerden im Jahr 2019

veröffentlicht am 03.04.2020

Immer mehr Menschen nützen die Services des Internet Ombudsmann, wie der Jahresbericht der unabhängigen österreichischen Streitschlichtungs- und Beratungsstelle zeigt. Der häufigste Beschwerdegrund ist weiterhin die Abo-Falle. 

Beschwerdegrund Nr. 1: Abo-Fallen

Mit 38 Prozent führen „Abo-Fallen“ – wie schon in den Vorjahren – das Ranking der häufigsten Beschwerdegründe an. Nach wie vor betreffen diese zu einem großen Teil betrügerische Film-Streaming-Plattformen: Auf der Suche nach kostenlosen Blockbustern registrieren sich Verbraucherinnen und Verbraucher mit ihren persönlichen Daten. Statt der erhofften Unterhaltung bekommen sie allerdings wenige Tage später eine Rechnung für eine – angeblich abgeschlossene – kostenpflichtige Mitgliedschaft.

In diesen Fällen konnte der Internet Ombudsmann Entwarnung geben: Ein wirksamer Vertrag kommt bei solchen Betrugsmaschen nicht zustande und die gestellten Rechnungen müssen daher auch nicht bezahlt werden.


Beschwerdegrund Nr. 2: Fake- und Markenfälscher-Shops

Mit 16 Prozent folgen Fake-Shops bzw. Markenfälscher-Shops auf Platz 2 in der Beschwerdeliste. Fake-Shops zielen darauf ab, Kaufwilligen im Rahmen einer vermeintlichen Warenbestellung Geld abzuknöpfen. Spitzenreiter in dieser Kategorie war 2019 der angebliche Online-Shop „CRAGOO“. 

Markenfälscher-Shops wiederum sind unseriöse Online-Händler (oft mit Sitz in China), die über ihre Websites minderwertige bzw. gefälschte Produkte verkaufen. 

Corona-Krise ruft Betrüger auf den Plan

Cyberkriminelle nützen in der Corona Krise die Verunsicherung der Bevölkerung aus. Mit derzeit besonders gefragten medizinischen Produkten wie Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel oder Schutzkleidung locken die Betreiber von Fake-Shops. Auch gefälschte E-Mails von Paketdienstleistern oder Mobilfunkanbietern sollen User in die Falle locken. 

Wir haben darüber berichtet:

Coronavirus Teil 1: Online-Shopping boomt - Internet Ombudsman und Watchlist Internet warnen vor Kriminellen

Coronavirus Teil 2: Online-Einkaufen ohne böses Erwachen

Online-Shopping

Weitere Beschwerdegründe, die den Internet Ombudsmann 2019 beschäftigten, waren klassische Probleme im E-Commerce wie Unklarheiten beim Vertragsabschluss (8 Prozent), Lieferverzug bzw. keine Lieferung (7 Prozent), Streitigkeiten rund um das gesetzliche Rücktrittsrecht (5 Prozent), die Wirksamkeit einer Kündigung bzw. die Laufzeit eines Vertrags sowie Beschwerden zum Thema Datenschutz (jeweils 4 Prozent). Das betrifft Waren ebenso wie Dienstleistungen.

In 42 Prozent der Fälle ging es um Dienstleistungen, sowohl reale Dienstleistungen, die über das Internet gebucht werden (z. B. Reisen oder Handwerkerdienstleistungen), als auch digitale Dienstleistungen wie Hosting-Dienste oder Soziale Medien betreffend. 22 Prozent der Beschwerden hatten digitale Inhalte wie online bezogene Filme, Musik-Downloads oder E-Books zum Gegenstand.


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