Coronavirus Teil 1: Online-Shopping boomt - Internet Ombudsmann und Watchlist Internet warnen vor Kriminellen

veröffentlicht am 23.03.2020

Unsere Welt ist in den letzten Tagen viel digitaler geworden; Kommunikation, Amtswege, Einkaufen, Bestellungen jeder Art - fast alles wird online getätigt.

Diese Entwicklung ruft allerdings auch Cyberkriminelle auf den Plan, die aus den vermehrten Internet-Aktivitäten ebenso wie aus der Verunsicherung der Bevölkerung Kapital schlagen wollen.

Fake-Shops für Prophylaxe-Artikel haben Hochkonjunktur, gefälschte E-Mails zielen auf Datendiebstahl ab oder schleusen Schadsoftware ein und Trickbetrüger versuchen Geld für angeblich benötigte Medikamente abzuzocken.

„Cyberkriminelle finden immer neue Wege für ihre Machenschaften. Sie haben keinerlei Skrupel, die Sorgen um den Coronavirus auszunützen“, warnt Rudolf Anschober, Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. „Ich appelliere daher an alle Österreicherinnen und Österreicher, bei E-Mails und Online-Shopping noch wachsamer als sonst zu sein. Der Internet Ombudsmann und die Watchlist Internet bieten hier wertvolle Unterstützung und einen hilfreichen Leitfaden.“

Fake-Shops: das Geschäft mit der Angst

Betreiber von Fake-Shops – also Websites, die lediglich vorgeben, etwas zu verkaufen - springen auf das Thema auf.

Sie locken Konsumenten beispielsweise mit aktuell besonders gefragten medizinischen Produkten zum Schutz vor dem Coronavirus, wie Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel oder Schutzkleidung.
Wer solche Artikel online kaufen will, sollte sich genau ansehen, welchem Anbieter sie oder er sein Geld zukommen lässt. Generell gilt für das Erkennen von Fake-Shops: Wer bei einem unbekannten Online-Shop einkaufen möchte, sollte zuerst im Internet nach Erfahrungen zu diesem Shop suchen. Oft findet man bei unseriösen Angeboten bereits Warnungen anderer VerbraucherInnen. Werden noch keine relevanten Suchergebnisse angezeigt, kann das ebenfalls auf einen unseriösen Shop hindeuten, da diese oft nur kurze Zeit online sind.

Skeptisch sollte man auch werden, wenn es keine Angaben zu den Zahlungsbedingungen gibt oder das Impressum fehlt. Allerdings fälschen betrügerische Online-Shops oftmals Firmendaten. Werden auf der Startseite zahlreiche Zahlungsmöglichkeiten angepriesen, doch am Ende bleibt nur die Zahlung durch Vorabüberweisung übrig, deutet auch das auf Betrug hin.

Sich diese Zeit zur Überprüfung zu nehmen, lohnt sich auf jeden Fall. Denn wer bereits in eine solche Falle getappt ist, hat meist keine Chance mehr, sein Geld zurückzubekommen. Ein Blick auf die Liste betrügerischer Online-Shops der Watchlist Internet (www.watchlist-internet.at/liste-online-shops) ist oft der schnellste Weg, betrügerische Online-Angebote zu entlarven.

Umgekehrt lassen sich seriöse und regelmäßig überprüfte Angebote durch Gütezeichen erkennen. In Österreich werden sie durch das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen und durch Trustmark Austria zertifiziert. Auf deren Internetseiten (www.guetezeichen.at/zertifizierte-websites und www.handelsverband.at/trustmark/zertifizierte-shops) sind mehr als 300 seriöse Online-Shops zu finden.

Warnung vor gefährlichen E-Mails

Dass Online-Shopping im Moment den Einkaufsbummel ersetzen kann, ist möglich, weil die gängigen Paketdienstleister weiterhin ihren Dienst verrichten.

  • Diesen Umstand nützen Kriminelle aus, indem sie in deren Namen gefälschte E-Mails versenden, die „aufgrund von CoViD-19-Vorsichtsmaßnahmen“ Probleme bei der Zustellung von Paketen vorgeben. Wer seine Bestellung erhalten möchte, soll auf einer Internetseite persönliche Daten eingeben. Diese daten werden dann für betrügerische Zwecke genutzt.
  • In einer anderen Variante versenden die Kriminellen E-Mails, in denen die Informationen zum Paketempfang in einer Datei im Anhang zu finden sein sollen. Wer diese Datei öffnet, installiert jedoch Schadsoftware auf seinem Computer oder Smartphone.
  • Auch Mobilfunkanbieter sind von solchen Phishing-E-Mails betroffen. Betrüger nützen die Tatsache aus, dass viele Menschen jetzt zu Hause sind und vermehrt das Internet verwenden. In gefälschten E-Mails behaupten die Kriminellen, dass es aufgrund des Coronavirus kostenlos verbesserte Angebote gibt. Um diese nutzen zu können, sollen auch hier persönliche Daten eingegeben oder Software installiert werden. Auch so installieren Sie Schadsoftware und bieten Gelegenheit, Ihre Daten betrügerisch zu verwenden.

Phishing-E-Mails lassen sich oft schon durch einen Blick auf die Absenderadresse entlarven: Passt die Adresse nicht zum Absender, ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich um Betrug handelt. Gleiches gilt für Links in E-Mails. Auf der Watchlist Internet (www.watchlist-internet.at) finden sich Infos und Tipps zu aktuellen Betrugsfallen. Außerdem sind alle aufgerufen Internetbetrug unter https://www.watchlist-internet.at/melde-formular/  zu melden. Unterstützung bei konkreten Problemen gibt es unter www.ombudsmann.at/beschwerde .

Über Internet Ombudsmann
Das Projekt Internet Ombudsmann wurde vom ACR-Institut Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation entwickelt und wird vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz sowie von der Bundesarbeitskammer gefördert. Die außergerichtliche Streitschlichtung und Bearbeitung von Anfragen durch den Internet Ombudsmann ist für alle beteiligten Parteien kostenlos. Die Meldung von Beschwerde-Fällen oder allgemeinen Anfragen rund um E-Commerce- und verwandte Themen an den Internet Ombudsmann erfolgen unter www.ombudsmann.at. Wenn die Beschwerde ein österreichisches Unternehmen betrifft, erbringt der Internet Ombudsmann seine Schlichtungstätigkeit als staatlich anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle nach dem Alternative-Streitbeilegung-Gesetz.

Über Watchlist Internet
Auf der Watchlist Internet (www.watchlist-internet.at) informiert der Internet Ombudsmann über aktuelle Betrugsfallen im Internet. Die Entwicklung wurde von der Förderaktion „netidee“ der Internet Foundation Austria gefördert, der laufende Betrieb wird vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, von der Bundesarbeitskammer, vom Land Niederösterreich und von willhaben.at unterstützt. 

Rückfragen: 
Internet Ombudsmann
Dr. Karl Gladt, M.A.
Tel.: +43-1-595 2112
gladt@ombudsmann.at
www.ombudsmann.at

Watchlist Internet
Thorsten Behrens
Tel.: +43-660-8453455
behrens@oiat.at
www.watchlist-internet.at

 

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