Schuldeneintreibung

Eintreibungskosten und Zinsen erhöhen die Schuld

Wer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht (mehr) nachkommen kann, wird sehr schnell mit Schuldeneintreibungsmaßnahmen konfrontiert. Diese sind teuer und können zu einer Verschärfung der finanziellen Situation führen.

Werden Rechnungen nicht bezahlt, folgen meist eine oder mehrere Mahnungen. Für diese fallen oft hohe Mahnspesen an. Kommt man seiner Zahlungspflicht trotz Mahnung(en) immer noch nicht nach, werden häufig Inkassobüros oder Rechtsanwältinnen/Rechtsanwälte eingeschaltet, wodurch ebenfalls weitere Kosten entstehen.

Die Personen, die gegen andere Personen einen Anspruch haben, werden Gläubiger/innen genannt. Jene Personen, gegen die der Anspruch gerichtet ist, bezeichnet man als Schuldner/innen.

Kostenkumulation bei Nichtzahlung © bmasgk/shw - Kostenkumulation bei Nichtzahlung

Nach der Klage kommt die Exekution

Wenn diese außergerichtlichen Schuldeneintreibungsmittel scheitern, werden Gläubiger/innen eine Klage beim zuständigen Zivilgericht einbringen bzw. von Rechtsanwältinnen/Rechtsanwälte einbringen lassen. Wenn ihnen das Gericht Recht gibt und ein rechtskräftiges Urteil erwirkt wird, können Gläubiger/innen die Vollstreckung (Exekution) des Urteils beantragen. Bei der Fahrnisexekution werden brauchbare Gegenstände (Auto, Möbel, Elektrogeräte etc.) der SchuldnerInnen gepfändet und dann verkauft. Bei der Lohn- und Gehaltspfändung wird bis zur Tilgung (= dem Bezahlen) der Schuld regelmäßig ein bestimmter Teil des Einkommens der Schuldner/innen an die Gläubiger/innen überwiesen. Bei einer Zwangsversteigerung werden vorhandene Liegenschaften an die Meistbietenden verkauft.

Verteilung des Exekutionserlöses nach Rang

Das Gericht verteilt die Erlöse, die durch Pfändung und Veräußerung der vorhandenen Vermögenswerte der Schuldner/innen erzielt werden, nach Abzug der Rechtsanwalts- und Gerichtskosten an die Gläubiger/innen. Wenn es mehrere GläubigerInnen gibt, so bekommen sie ihre Forderungen nicht anteilig, sondern entsprechend ihrem Rang. Je früher eine Gläubigerin oder ein Gläubiger einen Exekutionsantrag gestellt hat, desto besser ist ihr Rang. Es kann durchaus vorkommen, dass schon ein Gläubiger im zweiten Rang vom Exekutionserlös nichts mehr oder weniger als den geforderten Betrag erhält. Für Gläubiger/innen ist es daher interessant, möglichst früh einen Exekutionsantrag zu stellen um möglichst in den ersten Rang zu kommen.

Schuldeneintreibung © bmasgk/fridrich/oegwm - Schuldeneintreibung

Wichtig

Wenn Sie glauben, dass eine Forderung nicht berechtigt ist, müssen Sie dies im Gerichtsverfahren vorbringen. Ist ein Urteil erst einmal rechtskräftig geworden, kann die Forderung von den Gläubiger/innen 30 Jahre lang geltend gemacht werden. Sogar dann, wenn die gerichtliche Entscheidung aus Ihrer Sicht falsch sein sollte, müssen Sie dies akzeptieren. Versäumen Sie also nicht die Gelegenheit, rechtzeitig gegen unberechtigte Forderungen vorzugehen!

Kontakt

BUNDESARBEITSKAMMER Prinz Eugen-Straße 20-22, 1040 Wien
Telefon: 1 50165 - 0;
akmailbox@akwien.at
www.arbeiterkammer.at

VEREIN FÜR KONSUMENTENINFORMATION Mariahilfer Straße 81, 1060 Wien
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www.vki.at

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www.vki-tirol.at

ASB SCHULDNERBERATUNGEN GMBH DACHORGANISATION Bockgasse 2b, 4020 Linz
Telefon: 0732 656599;
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www.schuldnerberatung.at
Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen

BUNDESMINISTERIUM FÜR VERFASSUNG, REFORMEN, DEREGULIERUNG UND JUSTIZ BÜRGERSERVICE Museumstraße 7, 1070 Wien
Telefon: 0800 99 99 99 (in Österreich kostenlos);
www.justiz.gv.at
Das Bürgerservice ist von Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr erreichbar.

Materialien

Schulden-Wörter-Buch Ein Nachschlagewerk mit 70 Fachbegriffen zu Überschuldung und Privatkonkurs sowie mit den wichtigsten Verfahrensabläufen in Leichter Sprache und barrierefrei.
Hrsg. ASB Schuldnerberatungen GmbH
Downloads

Lohnpfändung - Wichtige Bestimmungen bei der Lohnexekution. Erhältlich bei der Arbeiterkammer.
www.arbeiterkammer.at/service/broschueren/arbeitundrecht/Lohnpfaendung.html
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Risiko-Check – Es geht um dein Geld. Erhältlich bei der Schuldnerhilfe OÖ.
www.schuldner-hilfe.at/cms/dokumente/upload/c5493_risikocheck.pdf
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Mein Geldratgeber - Tipps sowie Wissenswertes und Anregungen für den persönlichen Umgang mit Geld. Erhältlich bei der Schuldnerhilfe OÖ.
www.schuldner-hilfe.at/cms/index.php?menuid=50
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Privatkonkurs - Weg zur Entschuldung Hrsg. Sozialministerium
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MUSTERBRIEF: Vorschlag zu außergerichtlichem Vergleich (Mehrkosten - Kostenvoranschlag)
Erhältlich beim VKI Wien.
www.verbraucherrecht.at/cms/index.php?id=601
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MUSTERBRIEF: Antrag auf Einstellung der Exekution Erhältlich beim VKI Wien.
www.verbraucherrecht.at/cms/index.php?id=596
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Links

https://www.justiz.gv.at/web2013/home/buergerservice/rechtsauskuenfte~8ab4a8a422985de30122a90a83b561c5.de.html Informations- und Beschwerdeservice der Justizombudsstellen in Österreich.

www.schuldenberatung.at/schuldnerinnen/pfaendungsrechner.php Pfändungs-Rechner der staatlich anerkannten Schuldnerberatungen.

www.budgetberatung.at/budgetberatung/rechner/index.php Budgetrechner: Durch Eingabe von Einnahmen/Ausgaben, können Sie berechnen wie ausgeglichen Ihr Budget ist. Hrsg. Schuldnerberatung.

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