Sonstige Zahlungskarten

Kreditkarten

Ob im Internet, auf Reisen oder aber bei ganz alltäglichen Käufen - die Kreditkarte ist vom bargeldlosen Zahlungsverkehr nicht mehr wegzudenken. Ein positiver Nebeneffekt liegt darin, dass bei vielen Kreditkarten ein Versicherungsschutz inkludiert ist. Hier ist aber zu beachten, dass der Versicherungsschutz oft nur dann gilt, wenn Leistungen (z.B. Reise) mit der Kreditkarte bezahlt worden sind oder in letzter Zeit ein gewisser Umsatz mit der Karte erreicht wurde.

Kreditkarten werden von Kreditkartenorganisationen meist gegen Bezahlung einer jährlichen Gebühr angeboten. Bestimmte Banken schließen mit bestimmten Kreditkartenorganisationen Verträge, so dass deren Karten den BankkundInnen angeboten werden können. Je nach AnbieterIn kostet eine Kreditkarte jährlich zwischen 0 und 140,- €. Neben der Jahresgebühr können noch zusätzliche Gebühren anfallen. So etwa, wenn im Ausland außerhalb der Euro-Zone in einer fremden Währung mit der Kreditkarte gezahlt wird. Auch für das Abheben von Bargeld werden Gebühren verrechnet, die sehr hoch sein können.

Bei einer Bezahlung mit der Kreditkarte erlauben KarteninhaberInnen durch ihre Unterschrift die Abbuchung des Rechnungsbetrags von ihren Girokonten.

Zwei Arten der Abrechnung

Generell gibt es zwei Kredit-Funktionen:

  • Bei der „Zahlungsaufschubs-Funktion" sammeln KreditkartenanbieterInnen Rechnungen über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen. Den KreditkarteninhaberInnen wird dann ein Gesamtbetrag verrechnet, der im Wege eines Einziehungs- oder Abbuchungsauftrags direkt bezahlt werden muss. Zwischen dem Einkauf und der tatsächlichen Belastung des Kontos liegt also ein Zeitraum von bis zu sechs Wochen. Für den Zahlungsaufschub müssen in der Regel keine Zinsen bezahlt werden.
  • Anders bei der echten Kreditfunktion: Bei dieser kann der von den KreditkartenanbieterInnen verrechnete Gesamtbetrag auch in Raten gezahlt werden. Die erste Rate beträgt meistens 10 % der Gesamtleistung, der restliche Betrag wird in mehreren Monatsraten vom Konto abgebucht. Für die Kreditierung werden oft sehr hohe Zinsen verrechnet. Diese können bis zu 20 % betragen!

Kreditkarten können auch zur Behebung von Bargeld am Schalter an einer Bank oder am Geldautomaten genutzt werden. Dabei ist die ein persönlicher PIN-Code erforderlich, der bei der jeweiligen Kreditkartenorganisation angefordert werden kann. Die Behebung von Bargeld mit der Kreditkarte ist allerdings teuer.

Kreditkarten © bmasgk/fridrich/oegwm - Kreditkarten

Wichtig

Bargeldbehebungen mit der Kreditkarte sind teuer. Hebt man das Geld an einem Geldautomaten im Inland ab, fallen 3% vom behobenen Betrag, mindestens jedoch 2,50 € an. Bei Behebungen im Ausland können noch weitere Gebühren dazukommen. Vermeiden Sie es daher, Bargeld mit der Kreditkarte abzuheben, um Kosten zu sparen.

Wichtig

Durch die einfache Art der Bezahlung mit Kreditkarte besteht die Gefahr, den Überblick über die getätigten Ausgaben zu verlieren. Für die Kreditierung können außerdem hohe Zinsen anfallen. Reduzieren Sie das Risiko der Überschuldung, indem Sie die Kreditkarte nur für bestimmte Zahlungen verwenden.

Verlust oder Diebstahl der Kreditkarte

Der Verlust oder Diebstahl einer Kreditkarte ist so schnell wie möglich den KreditkartenanbieterInnen oder der kartenausgebenden Bank zu melden, damit die Karte gesperrt und nicht missbräuchlich verwendet werden kann. Außerhalb der Geschäftszeiten kann die Sperre über eine eigene Hotline verfügt werden. Die Sperre ist kostenfrei durchzuführen.

Eine Sperre sollte man auch dann verfügen, wenn man zwar noch in Besitz seiner Kreditkarte ist, jedoch auf der Abrechnung Zahlungen angeführt sind, die man nicht selbst getätigt hat. Daher: immer die Abrechnungen genau überprüfen!

KreditkarteninhaberInnen treffen Sorgfalts- und Anzeigepflichten. Die Kreditkarte ist sorgsam zu verwahren und der persönliche PIN-Code ist geheim zu halten. Kartendaten sollen im Internet nur bei seriösen Online AnbieterInnen angegeben werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Bezahlung über eine sicher verschlüsselte Verbindung erfolgt. Das erkennt man an einem kleinen Schlosssymbol in der Adressleiste. Ein Verlust oder Diebstahl der Karte ist umgehend zu melden. Wenn diese Verpflichtungen verletzt werden, kann es sein, dass BesitzerInnen keinen Ersatz für Schäden erhalten, die durch Zahlungskartenmissbrauch entstehen.

Das Ausmaß der Haftung bei Zahlungskartenmissbrauch richtet sich bei KreditkarteninhaberInnen nach dem Grad der Sorglosigkeit: Liegt nur leichte Fahrlässigkeit und somit ein Fehler vor, der auch einem sorgfältigen Menschen gelegentlich passieren kann, so wird der Schaden grundsätzlich ersetzt. Allerdings hat der oder die KarteninhaberIn in einem solchen Fall einen Selbstbehalt von EUR 150,00 zu zahlen.

Anders bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit: Letztere liegt vor, wenn ein Fehler begangen wird, der einem ordentlichen Menschen in derselben Situation keinesfalls unterlaufen würde. In solchen Fällen müssen KreditkarteninhaberInnen regelmäßig für den gesamten Schaden aufkommen.

Wichtig

Kontrollieren Sie Ihre Kreditkartenabrechnung regelmäßig! Unbekannte, von Ihnen nicht oder nicht in dieser Höhe beauftragte Abbuchungen müssen Sie sofort nach Erkennen, spätestens aber binnen 13 Monaten nach Erhalt der Monatsrechnung reklamieren. In der Regel wird das abgebuchte Geld von den KreditkartenanbieterInnen zurückerstattet, sofern kein Fehlverhalten Ihrerseits vorliegt.

Prepaid-Karten

Prepaid-Karten sind Zahlungskarten, für die im Vorhinein ein Guthaben aufgeladen wird. Sie funktionieren im Wesentlichen wie Bankomatkarten und sind durch einen persönlichen Zahlencode (PIN-Code) der KarteninhaberInnen geschützt. Man kann mit ihnen bargeldlos bezahlen oder an Geldautomaten mit Maestro-Symbol Bargeld beheben. Der Vorteil von Prepaid Karten liegt darin, dass ein Konto nicht erforderlich ist. Prepaidkarten eignen sich deshalb als Taschengeldkarte für Kinder oder als Geschenk.

Das Guthaben ist nicht auf der Karte selbst gespeichert, sondern im System der AnbieterInnen. Wenn das Guthaben verbraucht ist, kann die Karte neu aufgeladen werden. Über Internet kann man den Überblick über seine Transaktionen und sein Guthaben bewahren. Wenn die Prepaid Karte verloren geht oder gestohlen wird, sollte man wie auch bei Bankomat- oder Kreditkarten umgehend eine Sperre verfügen. Über das aufgeladene Guthaben kann dann mit einer Ersatzkarte weiter verfügt werden.

Kontakt

VEREIN FÜR KONSUMENTENINFORMATION Mariahilfer Straße 81, 1060 Wien
Telefon: 1 58 877 0;
mail@vki.at
www.vki.at

VEREIN FÜR KONSUMENTENINFORMATION Maximilianstraße 9, 6020 Innsbruck
Telefon: 0512 58 68 78;
konsumenteninfo.tirol@vki-tirol.at
www.vki-tirol.at

BANKENSCHLICHTUNG ÖSTERREICH - GEMEINSAME SCHLICHTUNGSSTELLE DER ÖSTERREICHISCHEN KREDITWIRTSCHAFT Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Telefon: 505 42 98;
office@bankenschlichtung.at
www.bankenschlichtung.at

BUNDESARBEITSKAMMER Prinz Eugen-Straße 20-22, 1040 Wien
Telefon: 1 50165 - 0;
akmailbox@akwien.at
www.arbeiterkammer.at

Materialien

MUSTERBRIEF: Einspruch gegen Abrechnung eines Kreditkartenunternehmens Erhältlich beim VKI Wien.
www.verbraucherrecht.at/cms/index.php?id=592
Downloads

Sicher zahlen im Web Erhältlich beim Europäischen Verbraucherzentrum Wien.
www.europakonsument.at/de/page/publikationen-0
Downloads

Sichere Bankgeschäfte im Internet. Sind Sie sicher? Erhältlich bei der Wirtschaftskammer Tirol - Sparte Banken und Versicherung.
www.wko.at/branchen/t/bank-versicherung/Sichere_Bankgeschaefte.html
Downloads

Prepaid Kreditkarten: Ideal für Reisen und Jugendliche. Informationen und Prepaid Kreditkarten-Übersicht ist bei der AK Oberösterreich erhältlich.
www.ooe.arbeiterkammer.at/beratung/konsumentenschutz/geld/bargeldloszahlen/Prepaid_Karten.html
Downloads

Links

www.ooe.arbeiterkammer.at/beratung/konsumentenschutz/geld/bargeldloszahlen/Kreditkarte.html Kreditkarte - Informationen der AK Oberösterreich.

www.wien.gv.at/verwaltung/fundservice/verlustanzeigen.html Informationen zur Verlustanzeige der Stadt Wien.

https://www.watchlist-internet.at/ Informationsplattform des Internetombudsmanns (gefördert durch Mittel des Sozialministeriums) zu Internet-Betrug und betrugsähnlichen Online-Fallen aus Österreich.

https://www.watchlist-internet.at/melde-formular/ Formular der Watchlist des Internetombudsmanns (gefördert durch Mittel des Sozialministeriums) zur Meldung von Internet-Fallen.

13.12.2018

Weihnachten naht - Teil 4

Weihnachten und Geld

28.11.2018

Betrug mit Überweisungen durch Western Union

Watchlist des Internet Ombudsmann warnt

31.10.2018

Bargeldloses Zahlen auf Musikfestivals auf dem Prüfstand

Cashless hat nicht nur Vorteile

22.10.2018

Ist ein Online-Sparkonto ein Zahlungskonto?

Nein, sagt der EuGH

16.10.2018

VfgH entscheidet über Bargeldbehebungsentgelte am Bankomat

Verbot der Weiterverrechnung von Bankomatgebühren ist unverhältnismäßiger Eingriff in das Grundrecht auf Eigentum

Schnellsuche