Was kosten Privatisierungen? (20.11.2013)

Eine Analyse der Auswirkungen erfolgter und allfälliger zukünftiger Privatisierungsschritte auf öffentliche Haushalte

(c) AK Wien

Die Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien gibt seit Jahren die Heftreihe "Materialien zu Wirtschaft und Gesellschaft" heraus. In diesen unregelmäßig erscheinenden Heften werden aktuelle Fragen der Wirtschaftspolitik behandelt. In erster Linie bieten sie der interessierten Leserschaft Informationsmaterial und Diskussionsgrundlage.

Der 114. Band stammt aus der Feder von Mag. Georg Feigl sowie Mag. Michael Heiling, beide Referenten bei der AK Wien, und wirft ein kritisches Auge auf Kosten und Erträge von Privatisierungen.

In der Studie wird unter anderem festgestellt, dass im Gegensatz zu kurzfristigen Privatisierungserlösen, entgangene hinkünftige Beteiligungserträge zumeist in der Bewertung keine Rolle spielen - eine überaus fragwürdie Praxis.

Es werden die finanziellen Auswirkungen von Privatisierungen auf das Staatsbudget untersucht und eingangs mit Hilfe von allgemeinen Rechnungslegungsgrundsätzen der Vorgang der Privatisierung in den öffentlichen Haushalten analysiert, wobei der Verlust zukünftiger Erträge mitbeleuchtet wird.

Veranschaulicht wird die Analyse mithilfe von historischen Privatisierungen etwa der OMV AG, Telekom Austria AG oder der Österreichischen Post AG. Zu guter letzt geben die Autoren einen Ausblick auf zu erwartende direkte Auswirkungen auf den Staatshaushalt im Zusammenhang mit potentiell zu privatisierenden Unternehmen.


Aktualität im Lichte der Finanz- und Wirtschaftskrise

Gerade im Anbetracht der andauernden Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt sich, dass eine breite und sachliche Auseinandersetzung mit den finanziellen Aspekten von öffentlichem Eigentum unerlässlich erscheint.

Besonders treffend ist in diesem Zusammenhang ein Zitat in der Einleitung zur Studie:

"It is important to note, however, that privatisation proceeds are only allowed to have an impact on the public debt but not on the public deficit. [...] This is a point often neglected by authors writing on Austrian privatisation and the fiscal Maastricht criteria and also not always clear in Austrian political circles."

Ab Heft Nr. 78 sind die Beiträge zu "Materialien zu Wirtschaft und Gesellschaft" online als pdf-Datei zum kostenlosen Download verfügbar.


Schnellsuche