Sharing economy – wer teilt was mit wem? (27.12.2015)

Über Nutzen und Risiken eines neuen Trends

http://www.technollama.co.uk/the-sharing-economy-is-anything-but

Sharing economy ist mittlerweile ein völlig geläufiger Begriff geworden. Aber wissen wir wirklich, was damit gemeint ist?

Während die einen primär an „Teilen" denken (was ja angesichts der Begrifflichkeit nahe liegt), sehen andere darin eine moderne Wirtschaftsform, die regelmäßig mit Internetplattformen einhergeht, auf der nicht nur Leistungen und Produkte, sondern auch Arbeit(www.Mturk.com) zu Schleuderpreisen (Layoutieren um 5 Cent pro h) angeboten werden. Unterkunft und Mobilität sind die häufigsten Bereiche, an die KonsumentInnen denken, oder konkret Airbnb, Wimdo, Uber, um nur die bekanntesten Plattformen zu nennen. Dem Rechnung tragend wird zunehmend von „kollaborativer Wirtschaft" gesprochen (Def. Duden „gemeinsam; zusammen arbeitend, entwickelnd"). Oder auch von „Teilen und verdienen"...


Wer bietet was an und zu welchen Konditionen?

Die AnbieterInnen sind bunt und reichen von Gewerbetreibenden bis Privaten. Private bieten ein Zimmer ihrer Wohnung unter dem Motto „Going local" an, einige bieten bis zu 100 Objekte an und unterscheiden sich nicht von gewerblichen VermieterInnen. Unternehmer- und Konsumentenrolle verschwimmen. Wie im Strombereich wird der Consumer häufig zum Prosumer. Airbnb bietet allein in Wien derzeit ca 5.200 Objekte, davon ca 70% Wohnungen an. Dass die Hotellerie, aber auch private VermieterInnen unruhig werden ist verständlich. Nicht nur steigende Konkurrenz, auch die Verringerung von Wohnraum, der dem regulären Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen könnte, sind die Folge. Die Anwendung gesetzlicher Regelungen ist dementsprechend uneinheitlich, deren Einhaltung und Kontrolle in aller Regel „durchwachsen".

Was nützt den KonsumentInnen, was stört die KritikerInnen?

Angebotene Zimmer sind gegenüber Hotels für KonsumentInnen bis zu 30% billiger. Und
wenn man Glück hat, gibt es durch persönliche Tipps zur Stadterkundung auch einen Geschmack von „Going local". Umgekehrt sind Wohnungen verglichen mit dem Richtwertmietzins, der am regulären Wohnungsmarkt für Altbauwohnungen zu zahlen ist, entschieden teurer. Ortstaxen werden regelmäßig nicht abgeführt, gewerberechtliche Vorgaben ignoriert. International haben einige Städte auf diese Entwicklungen reagiert - in San Francisco gibt es etwa für AnbieterInnen eine Registrierungspflicht und eine obligatorische Haftpflichtversicherung, in Barcelona hohe Strafen für illegale Vermietung, in Berlin ein Zweckentfremdungsverbot. Amsterdam und jetzt auch Wien haben einen „kollaborativen" Weg gewählt und gemeinsam mit Airbnb ein „Shared City Program" entwickelt bzw. sind dabei, dies zu tun.

Wer mehr über dieses bunte Thema nachlesen möchte, kann dies unter http://www.sharingeconomy2015.at tun.

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