Tipps für ein gesundes und umweltfreundliches Grillen (12.07.2019)

Der richtige Grill

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Für viele ist das Grillen im Sommer nicht wegzudenken. Damit dies auch gesund und vor allem klimafreundlich möglich ist, haben wir ein paar Tipps, die das Grillen noch besser machen.

Wer der Umwelt etwas Gutes tun will, der sollte nicht zum Einweggrill greifen. Die Wegwerf-Grills sind zwar praktisch, belasten aber unser Klima. Alugrilltassen weisen einen hohen Energieaufwand bei der Herstellung auf und landen nach einmaligem Gebrauch gleich wieder im Müll. Das ist für den CO2-Fußabdruck nicht gut.

Doch welchen Grill sollte man dann wählen? In Sachen Ökobilanz schneiden Elektro- und Gasgrill deutlich besser ab als der Holzkohlegrill. Wenn der Elektrogrill dann noch mit Ökostrom betrieben wird, verbessert das die Ökobilanz zusätzlich. Eine weitere umweltfreundliche Alternative ist der Solargrill, da er ganz ohne Kohle, Strom und Gas auskommt. Wichtig bei der Wahl des Grills ist auch, dass man auf die Qualität achtet. Hochwertige Materialen sind meist robuster und besser verarbeitet und erhöhen so die Lebenserwartung des Grills.


Umweltfreundliche Anzündhilfen und Grillkohle

Auch bei den Anzündhilfen und der Grillkohle gibt es klimafreundliche Varianten. Denn Holzkohle besteht oft aus Tropenholz und stammt vor allem aus Südamerika, Afrika oder Argentinien. Da Tropenwälder ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems sind und helfen unser Klima zu regulieren, sollte man daher auf weniger schädliche Alternativen umsteigen. Um zu kontrollieren, ob die gekaufte Holzkohle aus regionaler und nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt, kann man sich am FSC-Siegel (Forst Stewardship Council) orientieren. Dieses Zertifikat gewährleistet, dass das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt und keine Tropen dafür abgeholzt wurden. Zudem kann man auch auf das DIN-Prüfzeichen achten. Dieses garantiert, dass kein Pech, Erdöl, Koks oder Kunststoffe enthalten sind.

Als Alternativen zur Holzkohle bieten sich Kokosnussschalen-, Bambuskohle und Briketts aus Olivenkernen an. Die Briketts werden, gleich wie die Kokosnussschalen aus Abfällen gewonnen und helfen so Müll zu vermeiden. Kokosnussschalen- und Bambuskohle haben zudem einen zwei bis drei Mal höheren Brennwert als Holzkohle.

Beim Grillen sollte man auch auf chemische Zündhilfen verzichten und auf umweltfreundliche Alternativen wie Pressholz, Reisig oder Holzwolle aus FSC zertifizierten Holz zurückgreifen. Das ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit gut, denn beim Verbrennen von chemischen Produkten können krebserregenden Stoffe freigesetzt werden.


Die fleischlose Alternative

Den größten Einfluss auf die Umwelt hat das, was auf dem Grill landet, denn die meisten klimarelevanten Emissionen werden während des Grillens selbst verursacht. Wer also saisonales und regionales Gemüse auf seinen Grill legt, schont damit die Umwelt, da unnötige Transportwege vermieden und der Energieverbrauch verringert werden.

Je nach Saison bieten sich dafür Gemüsespieße aus Zucchini, Melanzani, Champignons, Zwiebel oder auch grünen Spargel ideal als fleischlose Alternative an. Verschiedene Grillkäsesorten, Tofu oder auch Brot sorgen für einen bunten Mix auf den Tellern.

Wer trotzdem nicht ganz auf das Fleisch am Grill verzichten möchte, sollte besonders auf die regionale Herkunft achten und wenn möglich auf Rindfleisch verzichten. Das spart zum einen lange Transportwege und zum anderen entlastet man so das Klima, da bei der Rinderzucht Methan produziert wird, das in die Atmosphäre ausgestoßen wird. Außerdem sind Produkte aus biologischer Landwirtschaft zu empfehlen, denn diese sorgen für Mindeststandards in Bezug auf eine artgerechte Haltung und sind frei von Schadstoffen wie Pestizide oder Antibiotika.


Müll vermeiden!

Wenn man nicht gerade im eigenen Garten oder am Balkon grillt, dann hat man viel zu transportieren. Besonders dann erscheinen Plastikbesteck und Einweggeschirr attraktiv, da sie kaum Gewicht haben. Dafür machen sie aber umso mehr Müll. Aus diesem Grund sollte man lieber zu Camping-, Porzellan-, oder Hartplastikgeschirr greifen. Verpackung spart man auch, wenn man Dips und Soßen selber macht und diese in leeren Einmachgläsern transportiert.

Auch auf Aluminiumfolie sollte man verzichten. Da sie unter hohem Energieaufwand produziert wird und dabei Kohlenmonoxid, Flour- und Schwefelwasserstoff freisetzt ist sie für die Umwelt besonders schädlich. Als Alternative kann man große Pflanzenblätter von Kohl oder Rhabarber verwenden. Als Unterlagen für das Grillen eignen sich auch Steinplatten aus Speckstein oder Schiefer.

Beherzigt man diese Tipps, dann steht dem nachhaltigen Grillvergnügen nichts im Weg.


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