Nicht immer ist Konsumentenschutz drin, wenn Konsumentenschutz drauf steht! (13.10.2010)

Mit dem Begriff „Konsumentenschutz" verbinden Konsumentinnen und Konsumenten kostenlose bzw. kostengünstige Unterstützung durch gemeinnützige Einrichtungen, wie den Verein für Konsumenteninformation oder die Arbeiterkammern (AK).

In letzter Zeit bedienen sich aber auf Gewinn gerichtete Organisationen dieser Bezeichnung, um sich unter dem „Deckmantel" des Konsumentenschutzes wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen.

Zahlreiche Konsumentinnen und Konsumenten haben sich in letzter Zeit über die Tätigkeit des Vereins „Konsumenten-Schutz für den österreichischen Kapitalmarkt (KsföK)" beschwert. Auf der Suche nach einer gemeinnützigen Konsumentenberatungsstelle im Internet seien sie auf den KsföK gestoßen und haben im Zuge eines Beratungsgesprächs eine kostenpflichtige Mitgliedschaft abgeschlossen.

Der Verein tritt  auf seiner Website www.konsumenten-schutz.at wie eine unabhängige und gemeinnützige Konsumentenschutzorganisation auf. Den Angaben dieser Website zufolge bietet er in Bereichen Energie, Banken, Telekommunikation und Versicherungen Beratung für Mitglieder an. Die Mitgliedschaft kostet jährlich EUR 92,--, hinzu kommt noch eine einmalige Einschreibgebühr von EUR 30,--.

Tatsächlich werden aber bei den Ratsuchenden umfangreiche persönliche Daten erhoben, man erteilt weitgehende Entbindungen vom Bankgeheimnis und vom Datenschutz, und letztlich versucht der Verein häufig den KonsumentInnen bestehende Versicherungsverträge oder Finanzanlagen auszureden und statt dessen Verträge über bestimmte andere Produkte abzuschließen.

Das BMASK hat den VKI beauftragt gegen den Verein mit Unterlassungsklage vorzugehen. 

Das Handelsgericht Wien erließ eine Einstweilige Verfügung (EV) und untersagte dem KSföK unter dem Mantel des „unabhängigen Konsumentenschutzes" aufzutreten, da seine Tätigkeit jener von Versicherungs- oder Finanzmaklern entspricht, die auch Provisionen beziehen.

Dem Verein wurde auch untersagt, den Eindruck zu erwecken, er sei von einer staatlichen Stelle beauftragt und/oder bevollmächtigt, Konsumentenschutz zu betreiben.

Die EV ist rechtskräftig.

Seit kurzem gibt es eine weitere mit dem Verein in Zusammenhang stehende Seite http://www.konsumentenschutz.cc/, auf der ein „Verein für Konsumentenschutz" (Achtung Verwechslungsgefahr mit dem Verein für Konsumenteninformation!!!) zwar selber keine Beratung anbietet, aber darüber informiert, wo sich KonsumentInnen beraten lassen können. So wird man zum einem hinsichtlich eines persönlichen Beratungsgesprächs an den KsföK (!) und zum anderen orginellerweise an die Telefonhotline des Vereins für Konsumenteninformation verwiesen!

Tipp: Bevor Sie teure Mitgliedschaften unterzeichnen, erkunden Sie sich, wo Sie in Österreich kostengünstige Konsumentenberatung finden. Es gibt zahlreiche Einrichtungen und Organisationen, die sich mit Konsumentenschutz beschäftigen. Neben staatlichen Stellen, wie dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, sind auf diesem Gebiet Interessenvertretungen und SozialpartnerInneneinrichtungen (wie die Arbeiterkammern und der Verein für Konsumen­teninfor­mation), aber auch private Organisationen und Initiativen aktiv. Diese Einrichtungen haben unterschiedliche konkrete Schwerpunkte, Aufgaben und Zielsetzungen. Manche widmen sich einem Spezialgebiet, andere bieten Beratung und Unterstützung in fast allen Angelegenheiten des KonsumentInnenschutzes an.

Auf unserer Website www.konsumentenfragen.at finden Sie unter der Rubrik "Zentrale Institutionen" alle Informationen und Kontaktdaten rund um die zahlreichen Konsumentenschutzeinrichtungen in Österreich!

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