Hohe Erfolgsrate der neuen Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (26.07.2016)

Bilanz für 2015 fällt positiv aus

(c) Blaschek

Die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (apf) hat Ende Mai 2015 ihre Tätigkeit aufgenommen und konnte für das Jahr 2015 eine positive Bilanz ziehen; dies lässt sich dem Jahresbericht 2015 entnehmen. Die apf ist zentrale Anlaufstelle für alle Verkehrsträger, d.h. für den Bus-, Bahn-, Schiffs- und Flugverkehr, und setzt sich in dieser Funktion für alle Passagiere und Fahrgäste kostenlos ein, um ihnen im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens zu ihrem Recht zu verhelfen. Grundlage für die Passagier- und Fahrgastrechte stellen diverse EU-Verordnungen dar.

2.394 Beschwerdefälle in 7 Monaten

Von Ende Mai bis Ende des Jahres 2015 sind insgesamt 2.394 Beschwerdefälle im Bahn-, Bus-, Schiffs- und Flugverkehr bei der apf eingelangt, wobei in 1.212 Fällen ein Schlichtungsverfahren eingeleitet wurde.

Im Jahr 2015 konnten 939 Verfahren abgeschlossen werden, wobei davon 824 positiv erledigt werden konnten, was einer Erfolgsrate von rund 88 % entspricht.

Für die Reisenden konnten 337.405 Euro an Rückerstattung erwirkt werden, wovon die größte Summe (316.346,71 Euro) auf den Flugverkehr entfiel.


Verfahrensgründe im Bahnbereich

Der häufigste Verfahrensgrund im Bahnbereich war die Fahrpreiserstattung, gefolgt von Ver-spätungsentschädigungen und Entschädigungen für aus Verspätungen entstandene Zusatzkosten der Reisenden.

Trotz Herausforderungen wie der Flüchtlingssituation im Sommer konnte die hohe Pünktlichkeit im Bahnverkehr mit 96,3 % weitgehend gehalten werden (2014: 96,7 %). Die durchschnittliche Verspätung im Nahverkehr liegt bei 1,1 Minute.

Im Personenfernverkehr liegt die Pünktlichkeit bei 88 % und hat sich zum Wert des Vorjahres leicht verbessert (2014: 87,6 %).


Rückgang der Beschwerden im Bahnbereich

Im Bahnbereich konnte außerdem ein Rückgang der Beschwerden verbucht werden (die apf hat die frühere Schlichtungsstelle der Schienen-Control abgelöst). Als Gründe dafür werden die sinkenden Beschwerdezahlen bei der ÖBB, dem größten österreichischen Bahnunternehmen, sowie die verbesserte interne Beschwerdeabwicklung der Bahnen genannt.

Die meisten Beschwerden im Flugbereich

Von den 2.394 Beschwerden entfallen 1.812 auf den Flugverkehr (Bahn: 559; Bus: 17; Schiff: 6), wobei 915 Verfahren eingeleitet wurden und davon 646 Verfahren im Jahr 2015 beendet werden konnten.

Der höchste Anteil betraf Flugannullierungen mit 57,4 %, gefolgt von Flugverspätungen mit 33,3 % und Nichtbeförderungen mit 9,3 %. An diesen Verfahren haben unterschiedliche Fluglinien teilgenommen, wie z.B. Austrian Airlines, NIKI, airberlin, Lufthansa, easyJet, Vueling und TAP Portugal.


Seit 2016 notifizierte außergerichtliche Streitbeilegungsstelle

Im Jänner 2016 wurde die apf durch das Alternative-Streitbeilegung-Gesetz (AStG) als außergerichtliche Streitbeilegungsstelle bei der Europäischen Union notifiziert. Neben der Ernennung unabhängiger und unparteiischer SchlichterInnen und mehr Durchsetzungsrechten bei grenzüberschreitenden Fällen, gelten auch erhöhte Datenschutzbestimmungen und eine verstärkte Informationspflicht. Nähere Informationen zum Schlichtungsverfahren der apf sowie den Jahresbericht 2015 finden Sie unter www.passagier.at.

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