Gegen den Verpackungswahn (28.11.2014)

Wie man beim Einkaufen Müll vermeiden kann

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Alarmierende Berichte darüber, dass weite Teile unserer Ozeane von Plastikmüll verschmutzt sind und selbst in Donaufischen Plastikmüll gefunden wurde, lassen umweltbewusste KonsumentInnen nachdenklich werden.  

Laut Bundesabfallwirtschaftsplan beträgt das für 2009 ermittelte Abfallaufkommen an Primärabfällen in Österreich rund 52 Millionen Tonnen. Das Aufkommen von Abfällen aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen ist innerhalb der letzten 5 Jahre um rund 13,9 % angestiegen. Es haben sich zwar auch die Zahlen bei der Mülltrennung verbessert, dennoch werden jährlich große Mengen an sinnlosen Plastikprodukten produziert und weggeworfen.


Vermeiden statt Wegwerfen

Das Gratis-Plastiksackerl ist für viele Konsumentinnen und Konsumenten  ein praktischer Begleiter beim Einkaufen. Die in Plastik verpackten Lebensmittel sind hygienisch, leicht zu transportieren und zu lagern; auch veränderte Essgewohnheiten - die Zunahme an Convenience-Lebensmittel - vermehren das Plastikaufkommen. Dennoch werden die  kritischen Stimmen sowohl von Verbraucherseite, aber auch des Handels lauter. Muss wirklich jede Gurke einzeln foliert sein, die einzelnen Käsescheiben in Plastik gehüllt werden  und das Ganze noch in einem Plastiksackerl nach Hause getragen werden?

So können Sie Abfall vermeiden

  • Mehrwegtaschen, Einkaufswagen oder Körbe für den Transport.
  • Auch auf die ganz dünnen Sackerln, in denen häufig Obst und Gemüse verpackt und gewogen wird, verzichten. Das Obst und Gemüse wird vor dem Verzehr ohnehin gewaschen.
  • Bei regionalen Märkten kann man das obligate Sackerl ablehnen, Papiertüten transportieren auch heikle Ware.
  • Wurst, Käse und Fleisch in selbst mitgebrachten Behältern nach Hause bringen.
  • Geben Sie Glasgebinden den Vorzug, für Milchprodukte, Getränke und verschiedene andere Lebensmittel werden verschiedene Verpackungsformen angeboten.
  • Mit einem Einkaufswagen müssen Sie nicht so schwer tragen, da fällt die Entscheidung für Glas statt Plastik leichter.

Immer mehr Geschäfte reagieren auf die kritischen KonsumentInnen und unterstützen sie bei der Müllvermeidung.
Ein herausragendes Beispiel ist ein Bio-Laden in Wien, der sein umfassendes Warensortiment unverpackt verkauft. Auch bei anderen kleinen Geschäften oder am Markt kann man sicher mit den VerkäuferInnen einen Mittelweg zwischen Bequemlichkeit und Umweltbewusstsein aushandeln.


Kompromissvorschlag der EU

Auch in der Europäischen Union ist das Plastiksackerl bzw. die Kunststoff-Tragetüte ein Thema.

Im Jahr fallen in der Europäischen Union 1,3 Milliarden Tonnen Abfälle an. Jede Europäerin und jeder Europäer erzeugt pro Tag durchschnittlich ein Kilogramm Müll. Der Verpackungsmist hat einen wesentlichen Anteil daran, immerhin gibt es Schätzungen, dass die EU-BürgerInnen im Durchschnitt 198 Wegwerf-Einkaufstaschen pro Jahr verwenden. Bei rund 507 Millionen EU-BürgerInnen bedeutet dies eine enorme Umweltbelastung.

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes hat einem Kompromissvorschlag zur Reduzierung leichter Kunststofftragetaschen zugestimmt. Die einzelnen Mitgliedsstaaten können unterschiedliche Maßnahmen ergreifen um die Verwendung von  Kunststofftragetaschen zu reduzieren. Ein Beispiel wäre die kostenpflichtige Abgabe dieser Sackerl auch andere Beschränkungen bei der Abgabe sind möglich. Damit soll der jährliche Verbrauch bis 2025 auf ca. 40 Stück pro EU-BürgerIn reduziert werden.

Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, denen diese Maßnahmen zu wenig strikt sind. Nach Meinung von Greenpeace und anderen Organisationen wäre es besser gewesen, die Staaten zu verbindlichen Zielen, aber auch zur Einhebung von Steuern und Abgaben zu verpflichten, statt ihnen jetzt Wahlmöglichkeiten zu lassen.

Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Regelungen der EU und das Umweltbewusstsein der Menschen ausreichen um diesen Teilaspekt des Umweltproblems zu lösen.


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