EuGH stärkt erneut Rechte von Flugreisenden (19.03.2013)

Ausgleichszahlungen: die Verspätung am Endziel ist entscheidend

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Der EuGH hat die Rechte von Reisenden nun auch bei verspäteten Anschlussflügen gestärkt. Für den Anspruch einer Ausgleichszahlung von bis zu 600 Euro ist die Verspätung am Endziel maßgeblich und nicht die Verspätung zum Zeitpunkt des Abflugs, wie der EuGH in einem am 26.02.2013 veröffentlichten Urteil entschied. (C-11/11)

Im aktuellen Fall hatte eine deutsche Reisende geklagt, die mit Air France einen Flug von Bremen über Paris und Brasilien nach Paraguay gebucht hatte. Da der Flug in Bremen mit einer zweieinhalbstündigen Verspätung startete, verpasste die Frau ihre beiden Anschlussflüge und kam in Paraguay mit einer über elfstündigen Verspätung an. Air France hatte die Ausgleichszahlung mit der Begründung verweigert, entscheidend sei die Verspätung beim Abflug und nicht bei der Ankunft.

Bisher war strittig, ob zusätzlich zur Verspätung bei der Ankunft auch noch eine nach Flugentfernungen gestaffelte Abflugverspätung vorliegen musste. Das hätte eine zusätzliche Hürde bei der Durchsetzung von Ausgleichsansprüchen bedeutet.

Umfassende Informationen zu Fluggastrechten finden Sie auch in der Broschüre des Sozialministeriums „Fliegen ohne Turbulenzen". Diese kann unter broschuerenservice@sozialministerium.at oder unter Tel. 0800 20 20 74 bestellt werden. Das oben beschriebene Urteil wird darin aber noch nicht berücksichtigt.


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