Anzeigen gegen Facebook (29.08.2011)

... bei der irischen Datenschutzbehörde

Das soziale Netzwerk Facebook hat (wahrscheinlich) wegen steuerlicher Vorteile den Sitz nach Irland verlegt, was für die österreichischen KonsumentInnen ebenfalls Vorteile mit sich bringt: die EU-Datenschutzrichtlinie ist anwendbar. 

Dies haben Wiener StudentInnen zum Anlass genommen, ein Auskunftsbegehren bei Facebook zu stellen, um in Erfahrung zu bringen, welche Daten Facebook speichert. Denn nach der EU-Datenschutzrichtlinie hat jede/r Betroffene das Recht zu erfahren, wer welche Daten zu welchem Zweck speichert und woher diese Daten stammen. Sind diese Daten unrichtig bzw. werden dies Daten unzulässigerweise, zB ohne Zustimmung des Betroffenen verwendet, so hat die/der Betroffene das Recht, diese Daten löschen zu lassen.  Näheres hierzu ist auf der Website der ARGE Daten unter http://www.argedaten.at/ oder auf der Website der österreichischen Datenschutzkommission unter http://www.dsk.gv.at/  zu finden.   

Die Antwort von Facebook Irland war ernüchternd: Facebook speichert unzählige Daten, die die StudentInnen bereits gelöscht hatten, wie zB Pinnwandeinträge, Ablehnungen von Freundschaftsanfragen oder geänderte Namen. Die StudentInnen haben nun wegen diverser Verstöße gegen europäisches Datenschutzrecht bei der irischen Datenschutzkommission insgesamt 16 Anzeigen eingebracht. 

Auf der Website http://www.europe-v-facebook.org/ wird über den aktuellen Stand des Verfahrens berichtet. Hier sind auch sämtliche in dieser Sache bereits ergangenen Aktionen genau nachzulesen. Es bleibt abzuwarten, wie die irische Behörde entscheiden wird und ob diese Anzeigen schlussendlich auch Auswirkungen auf (zumindest europäische) Facebook-NutzerInnen haben werden. Wir bleiben am Ball!

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