Top modisch und trotzdem fair (11.01.2018)

Gute Mode wird unter humanen Bedingungen und nachhaltig hergestellt

© digitalart at FreeDigitalPhotos.net

Hast Du beim Winterschlussverkauf ein paar günstige Stücke erworben oder bist du schon dabei, dich auf den Frühling einzustimmen und checkst, was die Frühjahrsmode bringt? Nicht nur die Mode ändert sich, auch der Umgang mit ihr hat sich sehr gewandelt. Wahrscheinlich haben noch deine Großeltern ihre Kleidung viele Jahre, Mäntel und Jacken oft Jahrzehnte getragen; die besten Stücke wurden  sogar gewendet und manchmal an die nächste Generation weitergegeben.

Heute ist Mode zu einem Wegwerfprodukt geworden. Die veränderten Produktionsbedingungen, neue Materialien und möglicherweise geringere Qualitätserwartungen haben dazu beigetragen, dass Textilien für uns relativ günstig zu kaufen sind.

Aber gleichzeitig wissen wir, dass diese Massen-, Billig- und Wegwerfmentalität negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. Zusätzlich wird immer wieder bekannt, dass die TextilarbeiterInnen unter sehr schlechten Bedingungen arbeiten müssen.


Faire Entlohnung für die ArbeiterInnen

Wusstest du, dass auch hochpreisige (Designer)Mode keine Garantie dafür ist, dass die Produktion unter menschenwürdigen Voraussetzungen geschieht? Auch Firmen wie Benetton, ESPRIT, weltbekannte Labels wie Armani, Dolce & Gabbana und sogar Luxusmarken wie Louis Vuitton, Prada oder Versace lassen ihre teuren Produkte in den Billigbetrieben in Ost- und Südosteuropa oder Südostasien herstellen.

Zum Glück gibt es immer wieder Initiativen und Projekte, die Wege zu sozial verträglicher Kleidungsproduktion aufzeigen. 14 Cent pro T-Shirt könnten das Problem lösen, meint z.B. das Fair Fashion Network. Mit einem gering höheren Verkaufspreis könnte der Lohn in den Produktionsländern soweit angehoben werden, dass existenzsichernde Gehälter ausbezahlt werden könnten.

Ökologische Qualität

Auch die Fragen der Umweltbelastung sind mit den Produktionsbedingungen eng verbunden. Wenn die ProduzentInnen weniger mit Chemikalien und Giften hantieren müssen, bedeutet das auch für uns, dass unsere Kleidung nicht so schadstoffbelastet ist.

Die allseits beliebte Baumwolle entwickelt sich mehr und mehr zum Problemfall: Auf Grund der großen Nachfrage wird sie vermehrt in trockenen Gebieten, mit großem Einsatz an künstlicher Bewässerung und Pestizideinsatz, angebaut. So stecken z.B.in einer einzigen Jean 8000 Liter Wasser.

Alternative Stoffe

Unternehmen und ForscherInnen experimentieren laufend mit neuen Substanzen. Ob die T-Shirts aus Algen, Krabben und Holz, Nachthemden aus Milch und Hosen aus Brennnesseln wirklich geeignete Ersatzprodukte sind, wird wohl erst die Zukunft zeigen. Die Suche nach Ersatzstoffen ist aber nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Umwelt und somit für jeden von uns interessant.

Bereits seit längerem bewährt hat sich Viskose, auch Modal genannt. Zwar eine Chemiefaser, da sie jedoch aus sogenannter „regenerierter Zellulose" gewonnen wird, besteht sie fast ausschließlich aus pflanzlichen Bestandteilen, die vorrangig aus Sägespänen von Buchen- oder Fichtenholz gewonnen werden. Der Energie- und Wasserverbrauch ist deutlich geringer als bei Baumwolle, Herbizide und Pestizide kommen gar nicht zum Einsatz. Auch im Vergleich zu echten Synthetikfasern ist Viskose umweltfreundlicher, da diese nicht auf Erdöl oder Erdgas basiert.

Gütesiegel für Textilien

Wir wollten dir nicht die Lust am Shoppen oder die Freude an deiner neuen Garderobe verderben, aber enthüllen, was hinter manchen Textilien steckt.

Wenn du beim Einkauf auf Nachhaltigkeit achten willst, dann helfen dir die verschiedenen Gütesiegel, die richtige Wahl zu treffen. In der Menge der Textilkennzeichnung vielleicht etwas verwirrend, aber es lohnt sich, wenn du mit unbeschwerten Gefühlen shoppen gehen kannst. Auf der Website von Greenpeace Österreich gibt es dazu eine gute Übersicht die auch erklärt was die einzelnen Labels bedeuten.

Bei „Get Changed- The Fair Fashion Network" erfährst du, wo in deiner Nähe es faire Mode zu kaufen gibt.

Wenn du zum Gesamtthema mehr wissen willst, empfehlen wir außerdem: „Clean Clothes", die Tipps zur ökofairen Mode von „Global 2000" oder die Broschüre und die Informationen über umweltfreundliche Textilien der „Umweltberatung".

Schnellsuche