FaceApp auf dem Prüfstand (16.08.2019)

Was mit den Bilder passiert, bleibt unklar

© Christian Wiediger auf Unsplash

Sich virtuell altern zu lassen, ist der neueste Hype - an FaceApp kommt man derzeit nicht vorbei; vor allem, wenn man sich aktiv in den sozialen Medien bewegt. Und dank zahlreicher Promis, die ihre gealterten Selfies auf sozialen Medien posten, verzeichnet die App, die es eigentlich schon seit 2 Jahren gibt, plötzlich Millionen neue Nutzerinnen und Nutzer.

Vielleicht bist Du ja schon eine/r von ihnen?

Und tatsächlich ist das Ergebnis der bearbeiteten Fotos verblüffend und in jedem Fall lustig. Technologisch wird hier künstliche Intelligenz genutzt, mit der man Bilder von sich oder anderen mit diversen Filtern belegt und auf diese Weise verändert.

Auch wenn es ein lustiger Partygag ist, zwei Fakten sollte man beim Benutzen dieser App wissen:

  • FaceApp wird von einer russischen Firma gemacht, nutzt aber Server von Amazon und Google, die nicht in Russland stehen, sondern beispielsweise in den USA.
  • Die Bildbearbeitung findet nicht am Smartphone statt, sondern die Bilder werden auf einen Server hochgeladen, dort verarbeitet und wieder heruntergeladen.

Kritik

Und genau das wird kritisiert: In der App wird nicht transparent gemacht, dass die Bearbeitung und damit auch die Speicherung des bearbeiteten Bildes auf einem weit entfernten Server stattfindet. Andere Apps wie Snapchat oder die Kamera-Apps von Huawei- und Apple-Handys nehmen die Bildbearbeitung direkt auf dem Handy vor.

Sind aber die Daten einmal in der Cloud gelandet, ist unklar, was damit passiert. Damit Hand in Hand geht auch das Problem der Löschung der eigenen Bilddaten. Der einzige Weg ist derzeit über die Feedback-Funktion in der App mittels derer um Löschung ersucht werden kann. Hier auf die Zusagen FaceApps zu vertrauen, dass die Bilder nach 48 Stunden wieder gelöscht werden und FaceApp sonst keinen Gewinn daraus schlägt, scheint fast zu viel verlangt.


Fazit

Sich dem Zauber von FaceApp zu entziehen, ist nicht leicht. Die App ist schnell heruntergeladen, unkompliziert und witzig in der Anwendung, und wie bei jeder App nimmt man in Kauf bzw. willigt explizit ein, dass sich die App-Betreiber Zugriff auf die persönlichen Daten verschaffen. 

Aber auch wenn sich FaceApp noch nichts zuschulden kommen hat lassen, ein astreiner Umgang mit Datenschutz liegt nicht vor. Vorwerfbar ist in jedem Fall die fehlende Information, dass persönliche Daten in die Cloud hochgeladen werden und damit verbunden die Unklarheit, was damit passiert.

Und es muss nicht einmal eine böse Absicht dahinter stecken; es reicht eine unzureichende Sicherung der persönlichen Daten, die mit sich bringt, dass die Gefahr von Missbrauch erheblich steigt.


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