Am besten ohne… (03.07.2019)

Gluten, Laktose, cholesterinfrei, ohne Fett, weniger Salz, kein Zucker, vegetarisch, vegan

© Deutschen Stiftung Verbraucherschutz

Einerseits wird Jugendlichen oft vorgeworfen sich ungesund und nur von Junkfood zu ernähren, anderseits wächst gerade eine Generation heran, die auf bewusste Ernährung achtet.
Gehörst du zu den Junkfood-Fans oder schaust du dir genau an, was du kaufst und was du isst? Aber aufgepasst, die Lebensmittelindustrie hat den Trend zu gesünderem Essen längst erkannt und will natürlich auch davon profitieren.

Marketingtricks

In Österreich ist zum Glück eine genaue Kennzeichnung von verpackt gekauften Lebensmitteln selbstverständlich. Für Menschen, die an Laktoseintoleranz oder Zöliakie (Gluten Unverträglichkeit) leiden oder eine Allergie gegen bestimmte Lebensmittel wie z.B. Nüsse, Senf oder Sellerie haben, sind diese Informationen unter Umständen lebensnotwendig.

Allerdings hast du dich vielleicht selbst schon gewundert, wieso der Orangensaft oder ein Laib Brot mit „vegan" gekennzeichnet sind. Oder sind Softdrinks ohne Zucker, aber mit Süßstoff, wirklich gesünder als die Herkömmlichen? Oft werden kritische Konsumentinnen und Konsumenten auch mit Werbetricks hinters Licht geführt. Denn wenn du keine Allergie oder Unverträglichkeit hast, heißt „ohne" nicht unbedingt, dass es gesünder ist.

Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz hat dazu einen kurzen Film ins Netz gestellt der auf die manchmal absurden Kennzeichnungen und die überhöhten Preise hinweist.


Vegetarisch und vegan Essen schützt nicht automatisch die Umwelt und das Klima

Die großen Lebensmittelkonzerne sind auch schon dahintergekommen, dass es jungen Menschen gar nicht nur um die eigene Gesundheit geht, sondern die spezielle Ernährungsweise auch aus Gründen der Nachhaltigkeit gewählt wird.

Aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn die von der Lebensmittelindustrie angebotenen Ersatzprodukte für Wurst, Fleisch und Co sind der Umwelt oft gar nicht zuträglich. Wenn du weißt, dass für das vermeintlich gesündere Sojaprodukt Regenwälder abgeholzt wurden, der Avocado-Anbau als Monokultur die Landwirtschaft ganze Länder bedroht etc., dann könnte dir schon der Appetit vergehen.

Trotzdem Mahlzeit!

Du musst dir jetzt natürlich die Freude am Essen nicht verderben lassen und jedenfalls nicht hungern; es gibt viele andere Möglichkeiten:

  • Selbst kochen: so weißt du in jedem Fall, was du am Teller hast und ob du alles verträgst. Das Internet ist voll von Rezepten für alle Geschmacksrichtungen; stöbere doch einmal in den Kochbüchern der Großeltern. Gemeinsam mit Freundinnen und Freunden kochen macht Spaß und ist billiger als Essen gehen.
  • Heimische Lebensmittel: wenn du gerne Obst isst, müssen es nicht Mangos und Papaya sein. Wer aus deinem Freundeskreis kennt noch Stachelbeeren oder bringt dir Ribisel aus dem Garten zum Naschen?
  • Saisonal: dass die Erdbeeren im Dezember nach nichts schmecken und sicher nicht nachhaltig angebaut oder geliefert werden können, weiß eigentlich schon jede/r. Es gibt eigene Saisonkalender, die darüber informieren, welches Obst und Gemüse wann am besten ist.
  • Heimische Ersatzprodukte: für die, die gar nicht auf „fake" Fleisch und Wurst verzichten möchten, gibt es immer mehr auch in Österreich produzierte Erzeugnisse. Seitan aus dem Waldviertel, vegetarische Würstchen aus Oberösterreich und auch aus heimischen Sojabohnen hergestellter Tofu oder Tempeh werden in den Supermärkten immer öfter angeboten. Auch Lupinen, andere Hülsenfrüchte und viele Getreidesorten werden bei uns angebaut und sind wichtige Eiweißquellen.

Noch mehr Tipps für eine ökologische Ernährung findest du unter anderem bei der Umweltberatung oder dem Portal Bewusst kaufen.


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