Wir verbrauchen mehr als die Erde geben kann (25.07.2017)

Rohstoffverbrauch und Ressourcenverschwendung

© Hermann / pixelio.de

Rohstoffe, wie Holz, Erze, Mineralien und Wasser werden seit Jahrhunderten verbraucht; in den letzten Jahrzehnten hat sich der Bedarf aber massiv erhöht. Während 1960 die Rohstoffe für „nur" 3 Milliarden Menschen reichen mussten, sind es jetzt bereits über sieben Milliarden Menschen. Industrieländer verbrauchen am meisten Rohstoffe die Schwellenländer holen aber bereits auf.

5 % der Weltbevölkerung verbrauchen 25 % aller Ressourcen, die verfügbar sind. Gleichzeitig verbrauchen 20 % dieser sieben Milliarden Menschen 80 % der Energie.

Anhand des ökologischen Fußabdruckes, der zeigt, wie stark die Menschen das Ökosystem belasten, um Rohstoffe zu gewinnen, bringt WWF alle zwei Jahre den „Living Planet Report" heraus. Aus dem geht hervor, dass wir - ohne entsprechende Umwelt- und Wirtschaftsmaßnahmen - im Jahr 2030 zwei Erden bräuchten, damit der Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie gedeckt werden kann. Im Moment verbrauchen die Menschen 60 % mehr, als die Erde zu geben hat. Gerade auch zur Herstellung von verschiedenen Technikprodukten, wie zum Beispiel Handys, werden sehr große Mengen von begrenzt vorhandenen natürlichen Ressourcen benötigt.


Materialmenge enorm gestiegen

Wissenschaftler vom Institut für Soziale Ökologie der Alpen-Adria Universität in Wien haben gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern eine interessante Studie zur Materialanhäufung und zum Ressourcenverbrauch von 1900 bis 2010 durchgeführt. Festgestellt wurde, dass die Menge an Material in den letzten 100 Jahren auf das 23-Fache angestiegen ist. Jedes Jahr werden 70 Milliarden Tonnen an Rohstoffen verbraucht. Die Hälfte wird dazu verwendet, Straßen, Häuser und Verkehrsnetze zu bauen. In den Industrieländern kommen dabei auf einen Menschen einige Tonnen mehr an verbautem Material als in den Schwellenländern. Bis 2050 könnte sich bei gleich bleibender wirtschaftlicher Entwicklung der Bedarf an Rohstoffen vervierfachen. Beim Bau von Häusern wird derzeit nur 12 % recyceltes Material verwendet. Das liegt teilweise auch daran, dass gar nicht mehr recycelbares Baumaterial zur Verfügung steht. Es ist daher wichtig nachhaltiger zu bauen und Rohstoffe so einzusetzen, dass sie wiederverwertbar sind.

Details zur Studie finden sich hier.

Der Begriff der „Nachhaltigen Entwicklung" wurde im Jahr 1992 bei einer Konferenz der Vereinten Nationen geprägt. Ziel war es, der Ressourcenverschwendung und dem Rohstoffverbrauch entgegenzuwirken und dennoch unter Berücksichtigung unserer jetzigen Bedürfnisse die Lebensqualität für zukünftige Generationen zu sichern.


Ressourceneffizienz – eine globale Herausforderung

Die Ressourceneffizienz, also die bestmögliche Verwendung und Weiterverwendung von Rohstoffen, hat weltweit in der Umwelt- und Wirtschaftspolitik an Bedeutung gewonnen. Zum Thema Ressourcenschonung und nachhaltige Entwicklung gibt es unzählige Initiativen. Auch die EU-Kommission gibt durch Strategien und Leitinitiativen Impulse um die Kreislaufwirtschaft und die Ressourcenschonung in Europa zu steigern.

In Österreich hat das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft eine Initiative gestartet, die sich „RESET2020" nennt und zum Ziel hat, Maßnahmen zur Ressourceneffizienz und zur Verbesserung der Kreislaufwirtschaft in Österreich zu setzen.

Die Kampagne „Rund Geht's - das neue Leben des Abfalls" wurde im Mai 2017 von der österreichischen Abfallwirtschaft gestartet. Auf der Website werden moderne und vielfältige Wege gezeigt, wie Abfall recycelt werden kann.


Je früher die Bewusstseinsbildung beginnt….

... desto besser werden zukünftige Generationen mit dem Thema umgehen. Schulbildung zu diesem Thema ist daher wichtig. Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung hat bereits im Jahr 2012 eine Aktion gestartet, die SchülerInnen das Thema Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit am Beispiel Handy näherbringen soll. Die Aktion wurde aufgrund des Erfolges bis 2013 aufrechterhalten. Die Lern- und Arbeitsmaterialen zur „Rohstoff-Expedition" können aber noch immer hier heruntergeladen werden.

Im Springer Verlag ist das Buch „Die Rohstoff-Expedition - Entdecke, was in (d)einem Handy steckt!" erschienen, das den Weg der Handys von der Herstellung bis zur Resteverwertung aufzeigt. Zusätzlich gibt es auf der Website des Verlages Kopiervorlagen und ergänzende Materialien frei zum Herunterladen.

Mehr zum Thema Ökosystem und Ressourcenverbrauch:

http://www.oekosystem-erde.de/html/rohstoffe.html


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